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Politik Myanmar und Bangladesch einig über Rohingya-Rückkehr
Nachrichten Politik Myanmar und Bangladesch einig über Rohingya-Rückkehr
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12:55 23.11.2017
Die Rohinyga wurden von den Vereinten Nationen als „am stärkste verfolgte Minderheit der Welt“ eingestuft. Quelle: AP
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Naypyidaw

Myanmar hat sich dazu bereit erklärt, die ins Nachbarland Bangladesch geflüchteten Rohingya wieder aufnehmen. Vertreter der Außenministerien beider Länder unterschrieben am Donnerstag eine Absichtserklärung über die Rückführung der Angehörigen der muslimischen Minderheit, wie Myanmars Außenministerium auf Facebook mitteilte.

Medienberichten zufolge sollte Bangladesch zunächst Unterlagen mit persönlichen Angaben der Flüchtlinge nach Myanmar schicken. Vertreter Bangladeschs sprachen demnach von einem „ersten Schritt“.

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Katastrophale humane Bedingungen in den Flüchtlingslagern

Mehr als 600.000 Rohingya waren seit Ende August vor der Militärgewalt in Myanmars Bundesstaat Rakhine in das Nachbarland Bangladesch geflüchtet. Die Vereinten Nationen nannten die Vertreibung der oft als meistverfolgte Minderheit der Welt bezeichneten Volksgruppe eine „ethnische Säuberung“.

Gepostet von Ministry of Foreign Affairs Myanmar am Donnerstag, 23. November 2017

Das ehemalige Birma betrachtet die Rohingya als illegale Einwanderer und verweigert ihnen seit Jahrzehnten die Staatsbürgerschaft. Die jüngste Massenflucht nach Bangladesch war nicht die erste - dort lebten bereits zuvor etwa 300.000 Rohingya-Flüchtlinge. Die Zustände in den überfüllten Lagern sind laut Menschenrechtsorganisationen katastrophal, Nahrung und Wasser sind knapp und die medizinische Versorgung mangelhaft.

Seit Mittwoch hatten Gespräche zwischen den beiden Ländern in Myanmars Hauptstadt Naypyidaw über eine Rückführung der Flüchtlinge stattgefunden. Nachdem der internationale Druck stieg, meldete sich Aung San Suu Kyi, die Außenministerin Myanmars erstmals über die Situation der Rohingya und verurteilte die Menschenrechtsverletzungen.

Nun stellt sich die Frage, ob auch die Flüchtlinge bereit sind, in ihre Heimat zurückzukehren. Soldaten und Mobs sollen zahlreiche Dörfer niedergebrannt, Frauen und Kinder vergewaltigt und viele Menschen ermordet haben. Durch die Kämpfe zwischen Rohingya-Rebellen und der Armee sollen UN-Angaben zufolge mehr als 1000 Menschen getötet worden sein.

Von RND/dpa

23.11.2017
23.11.2017