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Politik Merkel auf Stabilisierungs-Mission in Afrika
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12:02 02.05.2019
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird auf dem Flughafen von Ouagadougou in Burkina Faso von zwei Mädchen mit Blumen begrüsst. Quelle: Michael Kappeler/dpa
Ouagadougou/Gao

Vieles ist anders als bei den mehr als zehn früheren Afrika-Reisen von Angela Merkel seit der Flüchtlingskrise 2015. Auf dem Trip der Kanzlerin durch Burkina Faso, Mali und Niger geht es nicht wie sonst vor allem um den Kampf gegen illegale Migration und kriminelle Schleusergruppen. Die drei Ländern sind auch keine zentralen Herkunftsländer von Migranten, die Richtung Europa ziehen. Im Mittelpunkt der Reise steht dagegen, die Sahel-Kernstaaten zu stabilisieren, die von Armut, islamistischem Terrorismus, gewaltsamen ethnischen Auseinandersetzungen und Milizenherrschaft gebeutelt sind.

Vieles hat sich geändert in den vergangenen Jahren gerade im Raum von Agadez, der Stadt in der nigrischen Wüste, die in der Hochzeit der Flüchtlingskrise Drehscheibe für die dramatischen Menschenströme aus den westafrikanischen Herkunftsländern war. Die europäischen und deutschen Programme dort haben gegriffen, vorerst zumindest - auch wenn man es nun mit Ausweichrouten zu tun hat.

Die Bedeutung von Libyen

Auch in der Kooperation zwischen Deutschland, Burkina Faso, Mali und Niger ist in den vergangenen Jahren einiges aufgebaut worden. Nicht nur die Besuchsdichte der Kanzlerin und der dortigen Präsidenten in Berlin ist hoch. Die Bundeswehr ist mit zwei Missionen in Mali im Einsatz - der UN-Stabilisierungmission Minusma und dem EU-Ausbildungseinsatz EUTM.

Doch die - wenn auch oft minimalen - Fortschritte sind bedroht, gerade durch den sich im Dreiländereck Mali-Burkina Faso-Niger ausbreitenden islamistischen Terrorismus von Al-Kaida-Gruppen oder solchen, die sich dem Islamischen Staat (IS) nahe fühlen.

Direkt nach der Ankunft in Burkina Faso am Mittwochabend beriet Merkel in der Hauptstadt Ouagadougou mit den fünf Präsidenten der Regionalorganisation G5 Sahel. Einigkeit gab es darüber, dass es im Sahel keine Stabilität geben wird, wenn die Libyen-Krise nicht gelöst wird.

Ein gefährlicher Kurztrip

Wie gefährlich und mühsam eine Stabilisierungs-Mission in der Region ist, kann Merkel am Donnerstagnachmittag besichtigen. Für zweieinhalb Stunden will sie zu den rund 850 deutschen Soldaten der UN-Stabilisierungsmission Minusma im nordmalischen Gao fliegen, wenn es die fragile Sicherheitslage erlaubt. Den komfortablen Regierungs-Airbus „Theodor Heuss“ lässt sie dafür in Ouagadougou zurück. Die Kanzlerin steigt für ihren Abstecher in einen der neuen - und teils pannengefährdeten - deutschen Truppentransporter vom Typ A400M. Sicherheitshalber, so war zu hören, halte die Luftwaffe noch eine alte, aber bewährte Maschine vom Typ „Transall“ bereit - für den Fall, dass der neue Flieger doch eine Macke haben sollte.

Im Camp Castor bleibt Merkel auch deshalb so kurz, weil die Lage dort außergewöhnlich gefährlich ist. Anders als sonst sind auf dieser Reise auch nicht nur die üblichen Personenschützer der Kanzlerin dabei. Eine Handvoll Spezialkräfte der Bundeswehr für besondere Auslandseinsätze reist mit.

Von RND/dpa

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