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Politik Lkw-Vorfall in Limburg – was bislang bekannt ist
Nachrichten Politik Lkw-Vorfall in Limburg – was bislang bekannt ist
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08:55 09.10.2019
Ein Lastwagen ist im hessischen Limburg auf mehrere vor einer roten Ampel vor dem Landgericht stehende Fahrzeuge aufgefahren. Die Hintergründe sind noch unklar. Quelle: Thorsten Wagner/dpa
Limburg

In der hessischen Kleinstadt Limburg war ein Mann am späten Montagnachmittag mit einem gestohlenen Lastwagen auf acht Autos aufgefahren und hatte sie ineinander geschoben. Dabei wurden acht andere Menschen leicht verletzt, ebenso der Fahrer, der festgenommen wurde. Am Dienstagmorgen gibt es Berichte, wonach die Behörden wegen Terrorverdachts ermitteln. Offiziell bestätigt wird das nicht. Ein Überblick über die bisherigen Erkenntnisse.

Was wir wissen

  • Die Tat: Ein Mann stiehlt am Montag gegen 17 Uhr einen Lkw und fährt danach in der Limburger Innenstadt, nur wenige Meter weiter, auf acht Autos auf und schiebt sie ineinander. Dabei werden neun Menschen leicht verletzt, darunter der Fahrer. Die „Frankfurter Neue Presse“ hatte am Abend den eigentlichen Fahrer des Lasters zitiert: „Mich hat ein Mann aus meinem Lkw gezerrt.“ Als er vor einer roten Ampel wartete, habe der Unbekannte die Fahrertür des Lasters aufgerissen und ihn mit weit geöffneten Augen angestarrt, so der Fahrer. „Was willst Du von mir?“, habe er den Mann gefragt. „Aber er hat kein Wort geredet. Ich habe ihn noch mal gefragt. Dann hat er mich aus dem Lkw gezerrt“, heißt es weiter in dem Bericht.
  • Der mutmaßliche Täter: Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus Sicherheitskreisen erfuhr, handelt es sich bei dem Mann um einen 32-jährigen Syrer, der seit November 2015 in Deutschland lebt und 2016 einen subsidiären, also eingeschränkten Schutzstatus erhalten hat. Nach dpa-Informationen ist er bisher mit Drogendelikten und Gewaltkriminalität aufgefallen. Über mögliche Kontakte zu Islamisten ist den Behörden bislang nichts bekannt. Der unmittelbar nach der Tat Festgenommene hatte nach Erkenntnissen der Behörden keine Kontakte zu militanten Salafisten oder anderen Extremisten. Der 1987 geborene Syrer soll bisher keine Aussage gemacht haben.
  • Durchsuchungen: Nach dem Zwischenfall ist in der Nacht zum Dienstag eine Wohnung im südhessischen Langen durchsucht worden. Das stehe im Zusammenhang mit den Geschehnissen in Limburg, sagte eine Polizeisprecherin in Offenbach. Zuvor hatte die „Offenbach-Post“ darüber berichtet. An dem Einsatz in Langen war der Sprecherin zufolge ein Spezialeinsatzkommando (SEK) beteiligt. Außerdem sei eine weitere Wohnung im Kreis Offenbach durchsucht worden. Dabei seien unter anderem Mobiltelefone und USB-Sticks sichergestellt worden. Zuvor hatte „Spiegel Online“ darüber berichtet.
  • Die Ermittlungen: Es sei noch zu früh für Wasserstandsmeldungen, sagte Alexander Badle von der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Dienstag, nachdem das ZDF und die „Bild“-Zeitung berichtet hatten, die Behörden ermittelten wegen Terrorverdachts. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittele in dem Fall – und zwar in alle Richtungen, hieß es weiter. Die Bundesanwaltschaft sieht den Fall zum jetzigen Zeitpunkt nicht in ihrer Zuständigkeit. Das sagte ein Sprecher der Karlsruher Behörde am Dienstag auf Anfrage. Man habe das Geschehen aber im Blick und stehe in engem Kontakt mit den hessischen Strafverfolgungsbehörden. Die Bundesanwaltschaft ist für Ermittlungen bei Terrorverdacht zuständig. Der Tatverdächtige sollte demnach noch im Laufe des Tages einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Es werde unter anderem wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt, heißt es in der Überschrift der Pressemitteilung.
  • Die Verletzten: Die Polizei hat frühere Angaben zu den Verletzten korrigiert. Die Auswertung der Angaben aller Rettungsdienste habe ergeben, dass neun Menschen leicht verletzt worden seien, sagte ein Polizeisprecher in Wiesbaden am Dienstagmorgen. Einer davon ist der Fahrer. Zunächst hatte die Polizei von 17 Verletzten, darunter einer Person „in kritischem Zustand“ gesprochen. Bei den Verletzten handelt es sich neben dem Tatverdächtigen um die Insassen der Fahrzeuge, die bei dem Vorfall zusammengeschoben wurden.

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Was wir nicht wissen

  • Das Motiv: Das ist noch völlig unklar. Für ein terroristisches Motiv gebe es bislang noch keine Hinweise, es könne aber auch nicht ausgeschlossen werden, hieß es vonseiten der Behörden. So sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer in Luxemburg am Rande des EU-Innenministertreffens auf die Frage nach möglichen Hinweisen auf einen Terroranschlag: „Da wird ermittelt. und ich kann Ihnen zur Stunde noch nicht sagen, wie diese Tat zu qualifizieren ist.“
  • Der Täter: Er soll laut „Bild“-Zeitung bereits mehrfach versucht haben, einen Lkw zu kapern. Auch der ARD-Terrorexperte Holger Schmidt berichtet dies laut „Hessenschau“. Offiziell gibt es dafür aber keine Bestätigung. Zudem schreibt die Zeitung, der Verdächtige habe benommen gewirkt, als er aus dem Lkw ausgestiegen sei – als habe er unter Drogen gestanden. Auch dafür gibt es keine offizielle Bestätigung.

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RND/dpa/das

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