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Politik Litauen und Ukraine verurteilen „Zapad 2017“
Nachrichten Politik Litauen und Ukraine verurteilen „Zapad 2017“
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15:25 09.09.2017
Litauens Außenminister Linas Linkevicius befürchtet eine dauerhafte Truppen-Konzentration Russlands am Baltikum. Quelle: dpa
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Berlin

Die Nato und ihre baltischen Mitglieder sind in Alarmstimmung. Russland und Weißrussland bereiten mit Hochdruck das Militär-Manöver „Zapad 2017“ vor. Bis zu 30.000 Soldaten sollen dafür an die Grenze zum Baltikum verlegt werden und dort ab 14. September operieren. Die Region gilt als Weiche Flanke der Nato. Auch Vertreter der ukrainischen Regierung verfolgen das Militär-Manöver mit Argwohn „Dieses nichtnachvollziehbare Säbelrasseln ist darauf gerichtet, friedlichen Menschen in Europa Angst einzujagen“, sagte der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Die Ukraine spricht von „militärischer Provokation“

Das größte Militärmanöver in der Geschichte der Russischen Föderation sei ein untrennbarer Bestandteil der hybriden Kriegsführung Moskaus gegen den Westen. Melnyk sprach von einer „arglistigen Machtdemonstration“ und dem Versuch des Kremls, die Bundestagswahlen in Deutschland zu beeinflussen. „Denn man muss sich das gigantische Ausmaß dieser militärischen Provokation vor Augen führen: Es sollen bis zu 230.000 Soldaten, über 10.000 Einheiten Militärtechnik, über 100 Kampfflugzeuge sowie 40 Kriegsschiffe und U-Boote beteiligt werden.“

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Dieses Manöver diene dazu, „den bestehenden Konfrontationskurs Putins gegenüber der demokratischen Welt zu verschärfen, soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Russland nichts mehr als ein Riese auf tönernen Füßen ist“, erklärte Kiews Botschafter in Berlin.

Bereits 2013 hielten Russland und Weißrussland das Manöver „Zapad 2013“ ab. Quelle: dpadpadpa

Linkevicius wirft Russland Täuschung vor

Litauens Außenminister Linas Linkevicius hat Russland aufgefordert, die Vorbereitungen für das Großmanöver „Zapad 2017“ an der Ostflanke der Nato zu stoppen. „Wir sind besorgt. Moskau hat 4000 atomwaffenfähige Trägersysteme nach Weißrussland und an die Grenzen des Baltikums verlegt. Dazu kommen wenigstens 30.000 Soldaten. Dieses gefährliche Säbelrasseln muss aufhören“, sagte Linkevicius dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Russlands Angaben, nach denen lediglich 12.000 Soldaten zum Einsatz kommen, nannte der Minister unglaubwürdig. „Wir müssen wachsam und vorbereitet sein“, erklärte der litauische Chefdiplomat. Laut Linkevicius flog Russland zuletzt im Schnitt zehn verdeckte Flüge pro Woche über das Nato-Gebiet im Baltikum. Im Gegensatz zu „Zapad 2013“ verlegt Russland erstmals Truppen auch nach Weißrussland. „Wir fürchten, dass dort die russische Militärpräsenz dauerhaft sein wird.“ Linkevicius erinnerte an die Annexion der Krim im März 2014, die auch durch ein Manöver eingeleitet worden sei.

Von Jörg Köpke/RND