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18:38 18.10.2018
Janine Wissler (Linke) in einem Studio des Hessischen Rundfunks. Das Bild täuscht nicht. Die 37-Jährige ist gern fröhlich. Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa
Berlin

Auf die Frage, warum sie für eine westdeutsche Linken-Politikerin eigentlich so populär sei, antwortet Janine Wissler aus Hessen nur zaghaft. Die 37-Jährige spricht dann von landespolitischer Verankerung sowie davon, dass „zehn Jahre harte Arbeit im Landtag“ dahinter stünden. „Im besten Fall hat eine Partei eine Spitzenkandidatin, die über das eigene Spektrum hinaus Ausstrahlung entwickelt“, fügt sie hinzu. Das gilt für Wissler allem Anschein nach.

Tatsache ist, dass die Politologin aus Langen bei Offenbach die erfolgreichste westdeutsche Landespolitikerin ihrer Partei jenseits des Saarlandes ist. Während die Linke aus anderen West- Parlamenten wieder rausflog oder wie jetzt in Bayern gar nicht erst reinkommt, sitzt sie mit Wissler seit 2008 im Landtag von Wiesbaden – und wächst.

Hessische Linke zuletzt bei 5,2 Prozent

Beim letzten Urnengang holte die hessische Linke 5,2 Prozent. Nun steht sie in den Umfragen trotz zuletzt gestiegener Parteienkonkurrenz stabil bei acht Prozent. Mit etwas Glück zieht Wissler sogar als Ministerin in die Regierung ein.

Dass sie und ihr Landesverband so relativ erfolgreich sind, hat mit den Spezifika Hessens zu tun, wo es seit jeher starke linke Milieus gibt – in Frankfurt (Main), Offenbach oder Marburg (Lahn), das vor dem Mauerfall sogar als Hochburg der DKP galt. Wisslers Popularität hat jedoch auch mit ihr selbst zu tun. Sie hat klare Standpunkte, gilt hingegen anders als andere West-Linke nicht als ideologisch verbohrt. Bei der Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt holte Wissler zuletzt respektable 8,8 Prozent. Das gelingt nicht von allein. Stellvertretende Bundesparteichefin ist sie ebenfalls – verzichtete aber 2017 auf eine Kandidatur für den Bundestag und damit eine bundespolitische Karriere. Wisslers persönliche Maxime lautet: Hessen first. Auch das dürfte Glaubwürdigkeit bringen.

In Hessen können viele Regierungsoptionen möglich werden

Den aktuellen Umfragen zufolge sind in Hessen nach dem 28. Oktober zahllose Regierungsoptionen möglich. Rot-Grün-Rot wäre zumindest rechnerisch eine davon. „Wenn ich eine Wette eingehen müsste, dann würde ich sagen, dass Jamaika das Wahrscheinlichste ist“, sagt die Wahlkämpferin. Denn für Christdemokraten und Grüne sei es im Zweifel am bequemsten, die Liberalen einfach als Partner dazu zu nehmen. Und für Letztere wäre es gewiss verlockend. Ohnehin sei ein Linksbündnis so oder so kein Selbstläufer. „Das kommt immer auf die Inhalte an“, so die Linke.

Wenn es eine rot-grün-rote Mehrheit gebe, dann müsse man indes „natürlich darüber reden, ob man sie nutzen kann“, findet Janine Wissler. „Die CDU regiert seit 20 Jahren in diesem Land. Das könnte man ja auch irgendwann mal ändern.“

Von Markus Decker/RND

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