Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Politik Lambsdorff droht Polen mit Sanktionen
Nachrichten Politik Lambsdorff droht Polen mit Sanktionen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:40 24.10.2016
„Hier geht es nicht um Kavaliersdelikte“: EU-Parlaments Alexander Graf Lambsdorff. Quelle: dpa
Anzeige
Berlin

Die nationalkonservative Regierung in Warschau müsse ihre umstrittene Justizreform dringend zurücknehmen, sagte Lambsdorf dem RedaktionsNetzwerk Deutschland, zu dem diese Zeitung gehört. „Hier geht es nicht um Kavaliersdelikte, hier geht es um schwerwiegende und andauernde Verletzungen der Grundwerte der EU“, sagte der FDP-Politiker. Es sei höchste Zeit für die polnische Regierung, umzukehren und das Land zur Rechtsstaatlichkeit zurückzuführen. Ansonsten müsse die Europäische Union weitere Maßnahmen ergreifen. Das Europäische Parlament diskutiere in dieser Woche über eine neue Möglichkeit, künftig finanzielle Sanktionen gegen vertragsbrüchige Staaten zu verhängen - und sich dabei vom Prinzip der Einstimmigkeit abzuwenden.

Am Donnerstag läuft die Drei-Monats-Frist aus, in der Polen einen Fragenkatalog zum Umgang mit dem Verfassungsgericht beantworten soll. Der Streit um fünf von der Vorgängerregierung ernannte Richter war zu Jahresbeginn eskaliert, die nationalkonservative Regierung in Warschau hatte das Gericht de facto entmachtet.

Anzeige

Nach bisher geltender Rechtslage wären Sanktionen unwahrscheinlich. Der Europäische Rat könnte nach Artikel 7 des EU-Vertrags eine „schwerwiegende und andauernde Verletzung des Rechtsstaatsprinzips“ feststellen und zum Beispiel Stimmrechte Polens innerhalb der EU suspendieren. Das müssen die übrigen EU-Länder allerdings einstimmig beschließen. Ungarn kündigte bereits an, zugunsten Polens ein Veto einzulegen.

Von RND

Politik Freihandelsabkommen mit Kanada - EU hält Ceta-Rettung weiter für möglich
24.10.2016
24.10.2016