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Politik Kostenexplosion bei „Gorch Fock“-Reparatur – Vorwurf gegen Bundeswehr
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15:19 13.01.2019
Die „Gorch Fock“ wird seit 2016 überholt. Ursprünglich mit zehn Millionen Euro veranschlagt, werden die Kosten mittlerweile auf 135 Millionen Euro beziffert. Quelle: Bernd Wüstneck/ZB/dpa
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Berlin

Für die explodierenden Kosten im Fall des Marine-Segelschulschiffes „Gorch Fock“ macht der Bundesrechnungshof einem Medienbericht zufolge schwere Versäumnisse bei Bundeswehr und Verteidigungsministerium verantwortlich. In einem vertraulichen Bericht von Anfang Januar rügt die Behörde, dass die Instandsetzung des Schiffs von Beginn an nicht richtig geplant worden sei, da die Schäden am Rumpf nie korrekt und umfänglich untersucht und bewertet wurden, wie der „Spiegel“ berichtet. So seien über Jahre zu niedrige Schätzungen über die Kosten der Reparatur entstanden.

Bau eines neuen Schiffes nie ausgelotet

Zudem hätte die Bundeswehr „vor Beginn der Instandhaltungsmaßnahme keine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung“ durchgeführt. Es sei nie ernsthaft ausgelotet worden, ob der Bau eines neuen Schiffs günstiger als die Reparatur gewesen wäre. Der Rechnungshof rügt, dass die Marine die „Gorch Fock“ offenbar trotz der starken Schäden retten wollte. Die Diskussionsbeiträge „Marine“ bei internen Besprechungen deuteten „entweder auf eine völlige Verkennung der Sachlage oder den unbedingten Willen zum Weiterbetrieb der Gorch Fock hin“, heißt es laut „Spiegel“ in dem Prüfbericht.

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Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sei demnach über das wahre Ausmaß der Schäden und die Kosten im Unklaren gelassen worden. Zwei Leitungsvorlagen, mit denen die CDU-Politikerin Anfang 2017 und im März 2018 die Fortsetzung der Arbeiten genehmigt hatte, hätten „falsche Zahlen und zu optimistische Risikoeinschätzungen“ enthalten.

Lesen Sie hier das Interview mit dem Kommandeur des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, Jörg Hillmann: „Die Bundeswehr braucht die Gorch Fock

Kosten mittlerweile auf 135 Millionen Euro gestiegen

Der 1958 gebaute Dreimaster wird seit 2016 überholt. Ursprünglich mit zehn Millionen Euro veranschlagt, werden die Kosten mittlerweile auf 135 Millionen Euro beziffert. Der Bundesrechnungshof hatte im Juni vergangenen Jahres ein Prüfverfahren eingeleitet.

Angesichts der Kostenexplosion und eines Korruptionsverdachts hatte das Verteidigungsministerium im Dezember einen vorläufigen Zahlungsstopp angewiesen. Hinweise, dass Korruption und Kostensteigerungen in einem Zusammenhang stehen, hatte es zunächst nicht gegeben. Eine Entscheidung über die Zukunft des Schiffs soll erst nach weiteren Prüfungen getroffen werden.

Von RND/dpa

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