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Politik Ein Fauxpas zur Deutschen Einheit
Nachrichten Politik Ein Fauxpas zur Deutschen Einheit
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14:59 30.04.2019
Ausgelassene Stimmung beim Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit 2018 vor dem Reichstagsgebäude. Was wohl 2020 passieren wird? Quelle: Jens Büttner/dpa
Berlin

Eigentlich hätte am Dienstag im Bundesinnenministerium ein Pressegespräch stattfinden sollen. Das Thema: die nahende Auftaktsitzung der Kommission „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“. Der Termin wurde dann kurzfristig abgesagt – zwei Stunden nachdem die „Süddeutsche Zeitung“ geschrieben hatte, das Ministerium habe bei der Finanzplanung das Einheitsjubiläum übersehen. Zufall war das gewiss nicht.

Denn der Fauxpas erweckt erstens den Eindruck, dass das aufgeblähte und personell recht üppig besetzte Ministerium an einer entscheidenden Stelle geschlafen hat. Und er erweckt zweitens den Eindruck, als interessiere es sich für alles Mögliche – nur für die Deutsche Einheit nicht, obwohl die doch nicht allein im Wortsinne stets groß geschrieben wird.

Ein Eigentor aus dem Finanzministerium

Die Vorwürfe sind zwar ein bisschen ungerecht. Immerhin wurde bereits im vorigen Jahr die Kommission Gleichwertige Lebensverhältnisse gegründet. Und Hausherr Horst Seehofer ist derzeit verstärkt im Osten unterwegs. Allerdings wurde die Kommission zur Gestaltung des Doppeljubiläums reichlich spät berufen. Schließlich ist es bis zum 9. November bloß noch ein halbes Jahr hin. Da dürfte nun manches mit heißer Nadel gestrickt werden. Auch klingt die Begründung des Bundesfinanzministeriums, „die Erkenntnis der Notwendigkeit“, den 30. Jahrestag der Deutschen Einheit besonders zu begehen, habe erst jetzt „substanziell Kontur“ angenommen, wie ein absichtliches Eigentor. So bleibt das Gefühl haften, die Bundesregierung habe das Zusammenwachsen von Ost und West nicht wirklich auf dem Schirm.

Die ganze Geschichte ist jedenfalls von zu großer Symbolkraft, als dass man sie jetzt weg reden oder gar zum Verschwinden bringen könnte. Das Kind ist in den Brunnen gefallen. Und einstweilen holt es dort niemand wieder raus.

Von Markus Decker/RND

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