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Politik E-Roller allein machen noch keine Verkehrswende
Nachrichten Politik E-Roller allein machen noch keine Verkehrswende
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20:20 17.05.2019
Der Bundesrat hat grünes Licht für die Zulassung von E-Rollern in Deutschland gegeben. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Berlin

So könnte sie aussehen, die schöne, neue Mobilitätswelt: Ein Angestellter wohnt im Speckgürtel einer deutschen Großstadt. Morgens macht er sich mit dem Fahrrad auf den Weg zum nächsten Bahnhof. Mit der Schnellbahn geht es in 20 Minuten in die City. Dort angekommen, greift unser Berufspendler zum Smartphone und bucht sich einen E-Roller für „die letzte Meile“ ins Büro.

Soweit die Theorie.

Die Entscheidung des Bundesrates, künftig in Deutschland sogenannte „Elektrokleinstfahrzeuge“ zuzulassen, wird begleitet von einem beispiellosen Hype. Bei den Anbietern herrscht Goldgräberstimmung, und es gibt die Hoffnung auf eine klimaschonendere, weniger aufs Auto fixierte Mobilität. Doch auch wenn sich Aufbruchstimmung breitmacht und E-Roller dabei sind, zum Sinnbild hipper Urbanität zu werden: Von der so oft beschworenen neuen Verkehrsrevolution ist Deutschland noch weit entfernt.

Scheuers Rückzieher

Das zeigt schon die Vorgeschichte der E-Roller-Entscheidung in der Länderkammer. Erst sollten zumindest die langsameren Modelle auf Fußgängerwegen fahren dürfen. Als das im Bundesrat zu scheitern drohte, machte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer plötzlich einen Rückzieher. Nun sollen die E-Roller eben auf die Fahrradwege ausweichen. Und wo es keine gibt, bleibt ihnen noch die Straße, jedenfalls dort, wo kein anderweitiges Verbot besteht.

Um den Platz auf Deutschlands Innenstadtstraßen tobt ohnehin ein heftiger Kampf. Der dürfte sich mit jedem E-Roller, der zusätzlich unterwegs ist, weiter verschärfen. „Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht“, heißt es im ersten Artikel der Straßenverkehrsverordnung. Wenn verhindert werden soll, dass Chaos, Aggression und Rücksichtslosigkeit weiter um sich greifen, schlägt spätestens jetzt, nach Zulassung der E-Roller, die Stunde kluger Planer in den Kommunen.

Eine Sache für Lebensmüde?

Vor wenigen Tagen hat Verkehrsminister Scheuer gefordert, Fahrradwege dürften künftig nicht mehr plötzlich an der nächsten Kreuzung enden. Wie wahr! Der Nachholbedarf der Städte ist gewaltig. Radwege auszubauen, heißt im Zweifelsfall allerdings auch, dem Autoverkehr Platz wegzunehmen. Jede Entscheidung in diese Richtung birgt für die politisch Verantwortlichen das Risiko, Zielscheibe einer Empörungswelle zu werden.

Ein möglichst lückenloses Radverkehrsnetz in den Innenstädten ist allerdings die Voraussetzung dafür, mit dem E-Roller sicher von A nach B zu kommen. Bleibt es beim Status Quo, wäre diese Form der Mobilität nur eine Sache für Lebensmüde und der Boom schnell vorbei. So groß die Hoffnungen, die mit ihnen verbunden sind, auch sein mögen: E-Roller allein machen eben noch keine Mobilitätswende.

Lesen Sie auch: Chaos, Verbote, Gadgets: So werden E-Roller im Ausland genutzt

Von Rasmus Buchsteiner/RND

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