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Politik Karl Lauterbach und Nina Scheer wollen für SPD-Vorsitz kandidieren
Nachrichten Politik Karl Lauterbach und Nina Scheer wollen für SPD-Vorsitz kandidieren
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19:00 12.07.2019
Der Abgeordnete Karl Lauterbach im Bundestag. Quelle: Jörg Carstensen/dpa
Berlin

Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Karl Lauterbach und die Umweltpolitikerin Nina Scheer wollen als Team für den Parteivorsitz kandidieren. Ihre Bewerbung kündigten sie am Freitag per Mail an. Darin heißt es: „Die SPD ist nicht nur die mitgliederstärkste Partei Deutschlands, sondern auch die diskussionsfreudigste. Das lieben wir so sehr an ihr!“ Lauterbach und Scheer sind das zweite Bewerberduo. Zuvor hatten bereits Europa-Staatsminister Michael Roth und die ehemalige nordrhein-westfälische Familienministerin Christina Kampmann ihre Kandidatur angekündigt.

Kandidaten für die Nachfolge der zurückgetretenen Parteichefin Andrea Nahles haben bis zum 1. September Zeit, ihren Hut in den Ring zu werfen. Der Vorsitz soll nach einer Mitgliederbefragung auf einem Parteitag Anfang Dezember besetzt werden.

Sozial- und Umweltpolitik erneuern

„Wir wollen eine Neuausrichtung der SPD in der Sozialpolitik und in der Umweltpolitik“, sagte Lauterbach dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Wir wollen eine linkere Sozialpolitik und eine progressivere, aber realistische Umweltpolitik. Wir sind in diesen beiden Bereichen zu stark verwässert und nicht ausreichend aufgestellt.“

Die Aussichten, das Kandidatenrennen zu gewinnen, seien gut, fuhr er fort. „Die Basis entscheidet das. Und das Rennen ist ergebnisoffen. Ich denke, dass diese Kandidatur an der Basis auf jeden Fall Chancen hat.“ Das gesamte Verfahren sei eine Bereicherung, und er freue sich auf einen fröhlichen Wettbewerb, betonte der SPD-Politiker. „Ich glaube, dass uns eine gute Bewerberauswahl und echte Unterschiede bei den Kandidaten helfen werden.“ Lauterbach und Scheer wollen die Große Koalition verlassen.

Lars Klingbeil wartet noch

Der 56-jährige Lauterbach kommt aus Nordrhein-Westfalen und ist Gesundheitsexperte. Er trat 2001 in die SPD ein und ist seit 2005 Mitglied des Bundestages für Leverkusen und Köln. Nina Scheer ist 47 Jahre alt, wurde in Berlin geboren, lebt aber in Geesthacht (Schleswig-Holstein) und gehört dem Bundestag seit 2013 an, wo sie den Wahlkreis Herzogtum Lauenburg/Stormarn-Süd vertritt. Scheer ist Umwelt- und Energiepolitikerin und Tochter des lange Jahre profiliertesten Umweltpolitikers der SPD, Hermann Scheer, der 2010 starb.

Unterdessen schloss SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil eine eigene Kandidatur für den Parteivorsitz nicht aus. „Natürlich mache auch ich mir Gedanken. Aber alles zu seiner Zeit“, sagte er „Zeit online“. „Für mich gilt erst mal: Ich will das Verfahren auf den Weg bringen.“ Der SPD-Vorsitz sei „ein großartiger Job“, so Klingbeil. Der Umgang mit Nahles sei jedoch frustrierend gewesen.

Lesen Sie auch das Interview mit Michael Roth und Christina Kampmann: „Die SPD lässt die Menschen im Land derzeit nicht aufhorchen“

Von Markus Decker/RND

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