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Politik Indonesien: Mehr als 200 Wahlhelfer sterben an Erschöpfung
Nachrichten Politik Indonesien: Mehr als 200 Wahlhelfer sterben an Erschöpfung
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14:10 28.04.2019
Wahlhelfer laden Wahlurnen und andere Wahlutensilien auf ein Pferd, um diese an Wahllokale in abgelegenen Dörfern zu verteilen. Auch Elefanten wurden bei den Rekord-Wahlen in Indonesien eingesetzt. Quelle: Trisnadi/AP/dpa
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Jakarta

Zehn Tage nach den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Indonesien sind über 200 Wahlhelfer an den Folgen von Erschöpfung gestorben. Medienberichte zufolge seien bis Samstagnacht 272 Todesfälle registriert worden, 1878 weitere seien krank geworden. Laut der malaysischen Zeitung „The Star“ arbeite die Regierung daran, die Familien der Opfer zu entschädigen.

Rekord-Wahl in Indonesien fordert Todesopfer

Insgesamt gaben 193 Millionen Indonesier ihre Stimmen in mehreren gleichzeitig abgehaltenen Wahlen ab. Neben den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen wurden auch Provinz- und Kommunalvertretungen neu gewählt – um Kosten zu sparen. Insgesamt traten 25.000 Kandidaten für 16 verschiedene Parteien an.

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Für die Rekord-Wahl waren mehr als sechs Millionen Menschen im Einsatz. Streckenweise wurden die Wahlurnen mithilfe von Pferden und Elefanten in entlegene Gebiete transportiert. Bei einer Wahlbeteiligung von 80 Prozent seien die Helfer laut „Nikkei Asian Review“ teilweise bis zu 30 Stunden am Stück damit beschäftigt gewesen, die Stimmzettel auszuzählen.

Präsident voraussichtlich im Amt bestätigt

Die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Indonesien fanden am 17. April statt, Prognosen gehen davon aus, dass der amtierende Präsident Joko Widodo die Wahl gewinnen und für weitere fünf Jahre im Amt bleiben wird. Ein offizielles Ergebnis wird erst einige Wochen nach der Wahl im Mai feststehen. Nach bisherigen, inoffiziellen Ergebnissen dürfte der Wahlsieg Widodos jedoch deutlich ausfallen.

Indonesien ist das Land mit der weltweit größten muslimischen Bevölkerung. Insgesamt leben in dem südostasiatischen Inselstaat rund 255 Millionen Menschen, 60 Prozent davon sind Muslime. Das Land gilt als drittgrößte Demokratie der Welt.

Bislang verfolgte die Regierung um Präsident Widodo einen gemäßigten Islam. Im Wahlkampf wurde er mehrfach von seinen Herausforderern als nicht muslimisch genug bezeichnet.

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Von pf/RND/dpa