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Politik Hambacher Wald: Abgestürzter Journalist ist tot
Nachrichten Politik Hambacher Wald: Abgestürzter Journalist ist tot
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18:22 19.09.2018
Notärzte versorgen den Mann, der von einem Baumhaus im Hambacher Wald gefallen ist. Quelle: Christophe Gateau/dpa
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Hannover

Während der großen Räumungsaktion im Hambacher Wald ist ein Journalist von einem Baum in die Tiefe gestürzt und hat sich dabei schwer verletzt. Am frühen Abend teilte die Polizei mit, dass der Mann gestorben sei.

Rettungskräfte hatten sich vor Ort um den Mann gekümmert, schließlich wurde er mit einem Hubschrauber abtransportiert.

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Der Mann sei nach ersten Erkenntnissen über eine Hängebrücke zwischen zwei Baumhäusern gelaufen und dabei durch die Brücke gebrochen. Der Unfall habe sich nicht bei einem polizeilichen Zugriff ereignet, betonte der Sprecher.

Am vergangenen Donnerstag haben die Behörden mit einem massiven Polizeiaufgebot begonnen, die Baumhäuser der Umweltaktivisten zu räumen und abzubauen. Die meisten Bauten waren bereits innerhalb der ersten Tage geräumt.

Aufgrund des Unglücks wurden laut Polizei alle Räummaßnahmen eingestellt.

Umweltschützer protestieren im Hambacher Wald zwischen Köln und Aachen seit Jahren dagegen, dass der Energiekonzerns RWE im Herbst weite Teile des Waldes abholzen und die Braunkohleförderung fortsetzen will. In bis zu 25 Metern Höhe hatten sie rund 55 Baumhäuser errichtet und halten den Wald damit seit sechs Jahren besetzt.

Aus Sicht von RWE ist die Abholzung des Hambacher Waldes unvermeidbar, um die Stromproduktion in den Braunkohlekraftwerken zu sichern. Vor Beginn der Kohleförderung war der Wald 4100 Hektar groß; nach Angaben des Tagebau-Betreibers RWE Power wurden bislang 3900 Hektar für den Kohleabbau gerodet, nun soll noch einmal gut die Hälfte des verbliebenen Waldes abgeholzt werden.

Der Wald hat nach Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) eine 12.000 Jahre lange Geschichte. Es gibt dort Vorkommen streng geschützter Arten wie Bechsteinfledermaus, Springfrosch und Haselmaus. Der Protest vor Ort richtet sich auch gegen den Abbau von Braunkohle allgemein.

Von RND/dpa