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07:00 25.01.2019
Autonomes Fahren: Die computergenerierte Grafik zeigt, wie autonomes Fahren in der Zukunft aussehen könnte. Quelle: dpa
Dortmund

Was hat künstliche Intelligenz mit Ethik zu tun? Eine Menge: Denken Sie an ein selbstfahrendes Auto. Es fährt Sie auf eisglatter Straße durch die Innenstadt. Plötzlich springt ein Kind auf die Fahrbahn. Das Auto erkennt die Situation. Es könnte nun bremsen und den Wagen gegen ein parkendes Auto lenken – oder es auf eine Kollision mit dem Kind ankommen lassen.

Verantwortungsvolle Autofahrer würden sich jetzt für den Sachschaden entscheiden. Ein Menschenleben ist wertvoller als etwas Blech. Doch kann das selbstfahrende Auto eine ähnliche Abwägung treffen? Und was wäre, wenn die Maschine zwischen der Kollision mit einem Fahrradfahrer und der mit einem Fußgänger entscheiden muss? Wer ist hier schützenswerter, was soll das entscheidende Kriterium sein? Die Maschine müsste vorab in die ein oder andere Richtung instruiert werden – was allerdings kaum möglich ist. Schließlich gibt es moralisch und ethisch die Übereinkunft, kein Menschenleben höher zu werten als das andere.

Es ist ein Dilemma, das sich kaum auflösen lässt. Die EU-Kommission versucht es dennoch und hat „ethische Richtlinien für vertrauenswürdige künstliche Intelligenz“ zur Diskussion gestellt. Die zentralen Prinzipien sollen etwa Sicherheit, Nichtdiskriminierung oder den Schutz der Privatsphäre bei Anwendungen mit künstlicher Intelligenz gewährleisten. Das klingt erst einmal überzeugend. In der Praxis wird es aber auf schwierige Güterabwägung ankommen, die sich kaum abstrakt lösen lässt. Welcher Maßstab soll gelten, wenn zwischen Fahrradfahrer und Fußgänger zu entscheiden ist?

Tobias Gostomzyk ist Medienrechtler an der TU Dortmund.

Von Tobias Gostomzyk

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