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Nachrichten Politik Terrorverdacht an deutschen Flughäfen
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19:06 20.12.2018
Nach Ausspähung am Flughafen Stuttgart wurde die Polizeipräsenz an baden-württembergischen Flughäfen massiv verstärkt. Quelle: imago
Stuttgart

Die jüngsten Ausspähversuche, die zu Sicherungsmaßnahmen am Stuttgarter Flughafen wie an anderen Flughäfen in Baden-Württemberg führten, haben offenbar einen terroristischen Hintergrund. Das erfuhr das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) aus Sicherheitskreisen. Mindestens einer der Verdächtigen ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur und des RND als islamistischer Gefährder eingestuft. Weiter hieß es, im Visier seien aktuell drei Verdächtige. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wird eine mögliche Verbindung zu einem ähnlichen Verdachtsfall am Pariser Flughafen Charles de Gaulle vor einer Woche geprüft.

Sicherheitsvorkehrungen verschärft

Von besonderen Sicherungsmaßnahmen betroffen waren neben Stuttgart die Flughäfen Friedrichshafen, Karlsruhe/Baden-Baden und Mannheim. „Dabei setzt die Polizei insbesondere auf Präsenz- und Kontrollmaßnahmen“, teilte das für Stuttgarts Airport zuständige Polizeipräsidium Reutlingen am Donnerstag mit. „Die Einsatzkräfte führen dabei die Maschinenpistole bei sich und tragen ballistische Schutzausstattung.“ An den Flughäfen in Berlin, Hamburg, Frankfurt/Main und Düsseldorf gibt es keine erhöhten Sicherheitsvorkehrungen wegen möglicher Ausspähversuche, wie eine dpa-Abfrage ergab.

Auch die Maßnahmen an den Flughäfen im Südwesten seien eine „reine Vorsichtsmaßnahme“, teilte die Polizei mit. „Derartige Hinweise oder Vorkommnisse gibt es immer wieder, vor allem um die Weihnachtszeit.“ Wie lange sich die Maßnahmen hinziehen sollen, war zunächst unklar.

Ein deutscher Gefährder am Pariser Flughafen

Nach RND-Informationen fuhr am Donnerstagabend voriger Woche ein Mercedes-Sprinter mit zwei bärtigen Männern am Pariser Flughafen Charles de Gaulle vor. Der Beifahrer ist demnach in die Eingangshalle gelaufen und hat dort Fotos gemacht. Weil Zeugen der Vorfall offenbar verdächtig vorkam, notierten sie sich das deutsche Kennzeichen des Wagens. Eine Abfrage beim Gemeinsamen Zentrum der deutsch-französischen Polizei in Kehl bei Straßburg ergab, dass es sich bei dem Halter des Wagens um einen 48-jährigen Islamisten handelt, der in Deutschland als Gefährder geführt wird. Dieser sei außerdem im Schengen-Informationssystem gelistet, hieß es.

Dem Südwestrundfunk (SWR) zufolge handelt es sich bei Fahrer und Beifahrer um Vater und Sohn. Beide stammten aus Nordrhein-Westfalen. Dieselben Männer seien auch am Stuttgarter Flughafen gesichtet worden. Dort wurden sie von Überwachungskameras gefilmt. Der SWR berichtet ferner von einem Hinweis des marokkanischen Geheimdienstes, der „erschreckend konkret“ gewesen sei. Da sei die Rede gewesen von „Islamonauten“, gemeint sind kampfbereite Islamisten, und von bis zu vier Verdächtigen. Aus Chatprotokollen aus Marokko gehe hervor, dass es sich um mehrere Gleichgesinnte handele.

Das Bundeskriminalamt (BKA) wollte den Vorgang in Paris gegenüber dem RND weder bestätigen noch dementieren und verwies an die Bundesanwaltschaft. Dort sagte eine Sprecherin mit Blick auf Stuttgart und Paris: „Die Stuttgarter Behörden führen die Ermittlungen. Wir stehen im engen Austausch mit ihnen und begleiten das.“ Zur Sache selbst wollte sich die Sprecherin nicht äußern. Allerdings wurde in Sicherheitskreisen versucht, den Eindruck einer akuten Gefahr zu relativieren.

Der CDU-Innenexperte im Bundestag, Armin Schuster, würdigte die Arbeit der Behörden. „Das polizeiliche Zusammenwirken mit den Franzosen wirkt offensiv und entschlossen“, sagte er dem RND. Sie hätten „aus den vielfältigen Erkenntnissen das Richtige herausgefiltert und ernst genommen“. Das sei in diesen Zeiten nicht leicht und darum zu loben. Schuster fügte hinzu: „Ohne die immer wieder kritisierten internationalen Nachrichtendienst-Kooperationen, öffentliche Videoüberwachung und aktuelle Gefährderdateien wäre das so nicht gelungen.“

Von Markus Decker/RND

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