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12:38 10.07.2017
Ministerpräsident Alexis Tsipras: Er will sein Land wieder kreditwürdig machen. Quelle: AP
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Athen

Drei Jahre nach der letzten Ausgabe von Staatsanleihen plant Griechenland jetzt die Rückkehr an den Kapitalmarkt – eine wichtige Etappe auf dem Weg aus der Krise.

Noch hängt Hellas am Tropf der Hilfskredite. Am Montag überwies der Euro-Stabilitätsfonds ESM eine Kreditrate von 7,7 Milliarden Euro nach Athen. Der Großteil davon, 6,9 Milliarden, dient zur Refinanzierung fälliger Anleihen und Darlehen. Mit dem vor zwei Jahren geschnürten dritten Rettungspaket ist das Land bis zum August 2018 durchfinanziert. Danach soll es sich wieder am Kapitalmarkt Geld besorgen. Rechtzeitig vor dem Ende des Programms will die staatliche Schuldenagentur PDMA demnächst den Appetit der Anleger auf neue griechische Schuldpapiere testen.

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Tsipras testet die Kapitalmärkte

Im Gespräch ist eine fünfjährige Anleihe im Volumen von rund zwei Milliarden Euro. Sie soll eine 2014 aufgelegte Anleihe gleicher Laufzeit ersetzen. Mit einer solchen Emission könnte die Schuldenagentur Griechenland den sehr hohen Refinanzierungsbedarf für 2019 reduzieren.

Klar ist: Griechenland wird für frisches Geld am Kapitalmarkt zwischen vier und fünf Prozent Zinsen zahlen müssen und damit deutlich mehr als für die Euro-Hilfskredite. Aber die Kosten der Kreditaufnahme stehen nicht im Vordergrund, zumal es sich um einen überschaubaren Betrag handeln wird. Es geht darum, den Marktzugang schrittweise wieder zu öffnen.

Verunsicherte Anleger

Marktbeobachter schließen nicht aus, dass die Regierung noch in diesem Monat an den Markt gehen könnte. Aber institutionelle Anleger warnen, Athen dürfe jetzt nichts überstürzen. So sollte einer Emission eine Roadshow vorausgehen. Das spricht eher für einen Marktgang im Herbst, zumal sich Griechenland dann wahrscheinlich billiger refinanzieren könnte.

Die geplante Emission ist nicht die erste Rückkehr an den Markt seit Beginn der Krise Anfang 2010. Damals verlor Athen den Marktzugang. Bereits im April 2014 testete die damalige konservative Regierung den Finanzmarkt mit einer fünfjährigen Anleihe. Im Juli folgte ein dreijähriger Bond. Doch die zweite Emission brachte nur 1,5 statt geplanter drei Milliarden Euro in die Kassen. Die Aussicht auf vorzeitige Parlamentswahlen und einen Sieg des radikalen Linksbündnisses Syriza verunsicherten die Anleger.

Keine Angst vor Neuwahlen

Solche Sorgen gibt es jetzt nicht. Sollte es zu vorzeitigen Wahlen kommen, wären die oppositionellen Konservativen der wahrscheinliche Gewinner. Sie versprechen eine Beschleunigung der Strukturreformen. Neuwahlen wären mithin, anders als 2014, kein Schreckensszenario. Allerdings gibt es immer noch keine Klarheit über die seit Jahren diskutierten Schuldenerleichterungen. Das könnte die Anleger verunsichern.

Wann Tsipras den Markt mit einer Emission testet – ob schon im Juli oder erst im Herbst –, hängt von der Entwicklung der Renditen ab. Letztlich ist das auch eine politische Frage. 2014 betrug die Rendite der damals ausgegebenen fünfjährigen Anleihe 4,95 Prozent. Tsipras möchte den geplanten Bond auf alle Fälle zu günstigeren Konditionen an den Markt bringen als sein konservativer Vorgänger Antonis Samaras vor drei Jahren. Alles andere wäre eine politische Blamage.

Von Gerd Höhler

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