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Nachrichten Politik Gabriel wird Chef der Atlantik-Brücke
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14:46 27.06.2019
Jetzt ein Transatlantiker: Der ehemalige Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) führt die Atlantik-Brücke. Quelle: Paul Zinken/dpa
Berlin

Ausgerechnet Sigmar Gabriel? Diese Frage begleitete den SPD-Politiker, als er Anfang 2017 zur Überraschung vieler seinen Wechsel ins Amt des Außenministers bekanntgab. Gabriels Impulsivität ließ damals Zweifel an seinem diplomatischen Geschick aufkommen; zu Unrecht, wie sich während seiner unfallfreien, wenn auch nur kurzen Amtszeit herausstellte.

Ausgerechnet Gabriel? Diese Frage kam vor einigen Monaten erneut auf, als dessen Name bei der Suche nach einem neuen Vorsitzenden für die Atlantik-Brücke fiel. Ein Sozialdemokrat, noch dazu einer, der für ein Entgegenkommen gegenüber Russland warb, soll dem exklusiven Netzwerk vorstehen, das die wirtschaftspolitischen Bande zwischen Deutschland und den USA hochhält? Trotz der häufig geäußerten Kritik Gabriels an US-Präsident Donald Trump, trotz seiner Zweifel am Finanzkapitalismus?

Erstmals führt ein Sozialdemokrat die Atlantik-Brücke

Alles Fragen, die Vorstand und Mitglieder der Atlantik-Brücke kritisch diskutierten. Dennoch wählten sie am Mittwochabend Gabriel zu ihrem neuen Vorsitzenden.

Der Sozialdemokrat löst den CDU-Mann Friedrich Merz ab, der zehn Jahre lang der Atlantik-Brücke vorstand. Schon unter Merz vollzog sich ein kleiner Kulturwandel in dem elitären Verein, der sich als Dialog- und Politikberatungsplattform versteht. Der Frauenanteil nahm zu, man zeigte sich offener, plötzlich übertrug das öffentlich-rechtliche Fernsehen Veranstaltungen der Atlantik-Brücke. An ihrer grundsätzlichen Ausrichtung als Netzwerk mit starken Bezügen in die US-Wirtschafts- und Finanzwelt änderte sich unter dem Aufsichtsratsvorsitzenden des US-Vermögensverwalters Blackrock nichts.

Nicht nur Washington und New York

Mit Gabriel an der Spitze dürfte sich der Fokus der transatlantischen Zusammenarbeit weiten. Das liegt an seinem politischen Profil, aber mehr noch am Zustand des deutsch-amerikanischen Verhältnisses. US-Präsident Trump feuert immer wieder Spitzen gegen Deutschland, das macht die Suche nach Partnern außerhalb der US-Regierung und ihr nahestehender Wirtschaftskreise unausweichlich.

Zwar bleibt die US-Ostküste der Hauptbezugspunkt des deutsch-amerikanischen Verhältnisses. Gabriel betont jedoch, dass die USA sehr viel mehr seien als Washington und New York. Im Interview mit der „Augsburger Allgemeinen Zeitung“ verwies er darauf, dass in wenigen Jahren die Mehrheit der US-Amerikaner keine europäischen Wurzeln mehr haben werde, sondern lateinamerikanische, asiatische und afrikanische. Diesem „neuen Amerika“ wolle er sich zuwenden.

Gabriel führt die Atlantik-Brücke nicht allein. Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen und der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, wurden zu seinen Stellvertretern gewählt.

Von Marina Kormbaki/RND

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