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Politik G-20-Kritiker kontern mit Gegengipfel
Nachrichten Politik G-20-Kritiker kontern mit Gegengipfel
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10:07 05.07.2017
Ein Sinnbild für die globalen Krisen: Ein Mann sammelt bei Accra Ghana verwertbares Material am verschmutzten Korle Gono Strand. Kurz vor dem G-20-Treffen in Hamburg wollen Kritiker bei einem alternativen Gipfel für eine Kehrtwende in der Umwelt- und Wirtschaftspolitik demonstrieren. Quelle: dpa
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Hamburg

Zwei Tage vor dem Treffen der Top-Wirtschaftsmächte G-20 in Hamburg wollen Kritiker am Mittwoch bei einem Alternativgipfel und mehreren Protestaktionen eine andere Politik fordern. „Die G-20 verteidigt ein System, das die soziale Ungleichheit auf die Spitze treibt“, sind die Organisatoren des Gipfels der globalen Solidarität in der Kulturfabrik Kampnagel überzeugt. Ab 10 Uhr sind dort zahlreiche Workshops und Podiumsdiskussionen zu Problemen wie Armut, Flucht, Naturzerstörung, Rassismus und Frauenfeindlichkeit geplant. Hier lesen sie die wichtigsten Hintergründe zur Kampagne.

Die Veranstalter

Nach Angaben der Organisatoren hat sich ein breites Bündnis zusammengeschlossen. Zu ihnen zählen unter anderem die Flüchtlingsräte und die Grünen-nahe Heinrich-Böll-Stiftung, die Naturschutzorganisation Robin Wood und die Interventionistische Linke. „Diese breite Mischung von Organisationen verspricht natürlich Spannung“, sagt Heier von Attac. Auch wenn die Überzeugungen und Forderungen sehr unterschiedlich seien. „Zusammengefunden haben wir uns in der Überzeugung, dass die G-20 die globalen Krisen dieser Welt nicht lösen, sondern in vielen Punkten eher verschärfen.“

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Die Kritik

Die Liste der Vorwürfe ist lang. „Wirtschaftswachstum ist der G-20 wichtiger, als die globale Erwärmung und die Vernichtung der Lebensgrundlagen zu stoppen“, schreiben die Organisatoren. Bei der Bekämpfung von Armut und Flucht gebe es nur Lippenbekenntnisse. Viele der G-20-Regierungen schränkten die Rechte von Beschäftigten ein und verschärften mit ihrer Politik die Umverteilung von unten nach oben.

Die Lösungen

Auf zahlreichen Podien und in Workshops sollen beim Alternativgipfel Probleme wie Hunger, Flucht, Umweltzerstörung und Rassismus analysiert werden. Die Teilnehmer wollen nach Strategien suchen: Wie verhindert man, dass die Schere zwischen Arm und Reich sich vergrößert? Wie sieht eine gute Friedenspolitik aus? Oder wie kann Geschlechter-Gerechtigkeit durchgesetzt werden?

Fehlende Namen

Wer sich die Liste der offiziellen Partner des Alternativgipfels anschaut, vermisst die eine oder andere große Organisation. Die Sichtweisen waren an manchen Stellen wohl doch zu verschieden. Einige Initiativen entschieden sich deshalb, lediglich einzelne Veranstaltungen mitzugestalten. So beispielsweise „Brot für die Welt“: „Die Vielfalt und Buntheit des Alternativgipfels ist einerseits eine Stärke dieses zivilgesellschaftlichen Forums, andererseits ist es damit auch schwierig, eine gemeinsame Grundlage aller Akteure für Inhalte und Strategien zu finden“, sagte Klaus Seitz von dem kirchlichen Hilfswerk. „Deshalb haben wir davon abgesehen, dem Trägerbündnis beizutreten.“

Die Gäste

Teilnehmer aus gut 20 Ländern werden erwartet. Die Eröffnungsrede hält die indische Globalisierungskritikerin Vandana Shiva, Trägerin des Alternativen Nobelpreises. Die Amerikanerin Ann Wright, die 2003 als hohe Offizierin aus Protest gegen den Irakkrieg der US-Armee den Rücken gekehrt hatte, wird auf einem Podium über Friedenspolitik diskutieren. Auch der kurdisch-syrische Politiker Salih Muslim und Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan haben zugesagt. Angekündigt sind allerdings Auma Obama, Schwester von Ex-US-Präsident Barack Obama, Günter Wallraff, Thomas Thieme, Mathieu Carrière, Konstantin Wecker und Samy Deluxe.

Der Unterschied

Der Alternativgipfel ist nicht zu verwechseln mit dem sogenannten Civil20 (C-20). Dieser Gipfel der Zivilgesellschaft fand bereits am 18./19. Juni in Hamburg statt. Damals übergaben Vertreter von rund 200 Nichtregierungsorganisationen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einen Forderungskatalog an die G-20. Die C-20 sind als offizielle Beteiligungsgruppe der G-20 anerkannt.

Von RND/dpa

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