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Politik „Fridays for Future“: Kretschmer sieht Protest nicht als zivilen Ungehorsam
Nachrichten Politik „Fridays for Future“: Kretschmer sieht Protest nicht als zivilen Ungehorsam
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17:55 12.04.2019
Unter dem Motto "Fridays for Future" demonstrieren Schüler auf dem Luisenplatz. Sie halten u.a. Plakate "Handeln!!! For future" und "Unser Haus brennt". Quelle: Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/ZB
Berlin/Dresden

Die Schüler- und Studenteninitiative „Fridays for Future“ bekommt weitere Rückendeckung aus der Politik. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) äußerte sich im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst positiv über die Klimaschutzbewegung und betonte, es gebe „überhaupt keinen Grund, den Schülerprotesten skeptisch gegenüberzustehen“.

Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU) will sich am Montag mit Vertretern von „Fridays for Future“ aus seinem Bundesland treffen. Auch am Freitag gingen deutschlandweit wieder Tausende junge Menschen für eine Wende in der Klimapolitik auf die Straße. Angekündigt waren Demonstrationen in 98 deutschen Städten, vom bayerischen Amberg bis Zittau in Sachsen.

In Berlin versammelten sich am letzten Schultag vor den Osterferien rund 1.200 junge Menschen vor dem Bundeswirtschaftsministerium. Dabei wurden erneut die Anfang der Woche vorgestellten Forderungen unter anderem nach einer radikalen Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2035 erhoben.

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Auch in anderen Städten gingen Anhänger von „Fridays for Future“ auf die Straße. So demonstrierten in Niedersachsen und Bremen mehr als 1.000 Schüler für mehr Klimaschutz.

In Celle zogen rund 200 Jugendliche durch die Innenstadt zum Rathaus. Ebenso viele kamen in Bremen auf dem Marktplatz zusammen. In Göttingen versammelten sich nach Angaben der Polizei 300 Schülerinnen und Schüler, in Peine rund 200 und in Oldenburg 60. Zudem waren Kundgebungen in Lüneburg, Braunschweig und Hannover geplant.

„Es ist eine Form von Artikulation, die Aufmerksamkeit erzeugen soll.“

Prominente Unterstützung erhielten die Schüler durch Sachsens Regierungschef Kretschmer. Er sagte: „Ich höre derzeit häufig, dass die Schülerinnen und Schüler die Schulpflicht nicht verletzen sollten. Das finde ich ehrlich gesagt viel zu kurz gesprungen!“

Der sächsische Ministerpräsident sagte weiter, er empfinde den Protest zur Unterrichtszeit nicht als zivilen Ungehorsam: „Es ist eine Form von Artikulation, die Aufmerksamkeit erzeugen soll.“ Er halte das für sehr normal. Kretschmer fügte hinzu: „Wir sollten das jedenfalls ernst nehmen.“

Die sächsische Landesregierung will am 22. Juni eine Klimakonferenz für sächsische Schülerinnen und Schüler veranstalten - mit den gleichen Experten, die auch die Bundesregierung beraten haben. „Wir sollten in die Gespräche reingehen und die Chance nutzen, dass sich junge Menschen für Politik interessieren“, sagte der CDU-Politiker.

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Er sehe eine Chance darin, dass sich jetzt viele Menschen für dieses Thema interessieren: „Wir können über unsere Beweggründe sprechen, die Umweltschützer in der Kohlekommission und auch uns dazu gebracht haben, als Ausstiegsdatum Ende 2038 festzuschreiben.“

Pläne für Jugendklimagipfel

Auch im benachbarten Sachsen-Anhalt will die Landesregierung mit den jungen Klimaaktivisten ins Gespräch kommen. Sachsen-Anhalts Bildungsminister Tullner sagte zu dem für Montag geplanten Treffen mit Vertretern der Klimaschutz-Bewegung: „Wir werden uns auf der einen Seite ganz konkret mit den Lehrplänen beschäftigen und schauen, wie viel Platz Themen wie Nachhaltigkeit, Ökologie und Klimawandel in Schule einnehmen.“

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Auf der anderen Seite wolle man Pläne für einen Jugendklimagipfel vorstellen und gemeinsam weiterentwickeln. Dieser Gipfel soll laut Tullner auf die Bedürfnisse der Jugendlichen ausgerichtet werden und noch in diesem Schuljahr stattfinden. In Magdeburg waren am Freitag nach Angaben der Organisatoren rund 200 junge Menschen für mehr Klimaschutz auf die Straße gegangen.

Seit mehreren Wochen gehen junge Menschen weltweit freitags für den Klimaschutz auf die Straße, anstatt die Schule oder die Universität zu besuchen. Vorbild ist die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg, die mit einem mehrwöchigen Schulstreik internationale Aufmerksamkeit erlangte.

Von RND/epd/ngo

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