Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Politik Freiwillige sollten genauso wie gut bezahlte Soldaten kostenlos mit Bahn fahren dürfen
Nachrichten Politik Freiwillige sollten genauso wie gut bezahlte Soldaten kostenlos mit Bahn fahren dürfen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:39 23.08.2019
Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), sitzt bei einem Gruppenbild im Bundeswehr "Camp Stefan" in Erbil. Quelle: Michael Kappeler/dpa

Bundesverteidigungsministerium Annegret Kramp-Karrenbauer feiert die Einführung kostenloser Bahnfahrten für uniformierte Bundeswehrsoldaten als ersten großen Erfolg. Die CDU-Chefin argumentiert, Bundeswehrsoldaten würden nun endlich den Respekt und den Dank erhalten, den sie mit dem Dienst am Vaterland verdienten.

Verkehrsminister Scheuer sprach von einem „Herzensanliegen“ und CSU-Landesgruppenchef Dobrindt lobt die neue Sichtbarkeit der Soldaten in der Gesellschaft, die - unbezahlbarer Gratis-Nebeneffekt - automatisch das Sicherheitsgefühl der Bürger stärken werde. Bahnchef Lutz empfindet das Vorhaben schließlich als „Zeichen der Wertschätzung“. Das ist nicht verwunderlich, denn dem Bund als Eigentümer ist das vier Millionen Euro wert, die jährlich auf das Bahn-Konto fließen.

Von 82 Millionen Deutschen engagieren sich immerhin 30 Millionen ehrenamtlich. Hätten sie neben den vielen lobenden Worten nicht auch eine Anerkennung in Form von Gratis-Tickets verdient?

Den wortgewaltigen Begründungen kann bestimmt zustimmen, wer kein Pazifist ist. Allerdings ist die Frage politische Debatten wert, was denn mit den Millionen anderen Menschen ist, die sich überall als unbezahlte Alltagshelfer an der Gesellschaft verdient machen. Von 82 Millionen Deutschen engagieren sich immerhin 30 Millionen ehrenamtlich. Hätten sie neben den vielen lobenden Worten nicht auch eine Anerkennung in Form von Gratis-Tickets verdient?

Ja, und was ist mit den 100.000 Freiwilligen, die im Bundesauftrag als Bufdis am Gemeinwohl arbeiten und dafür 400 Euro Taschengeld und Fahrten mit Azubi-Tarif erhalten. Wäre hier nicht mehr drin?

Gerechtigkeit fühlt sich anders an. Die Bundeswehr ist eine Berufsarmee und die Besoldung nicht die schlechteste. Der Dienst der Soldaten ist auch mindestens so respektiert wie der der Freiwilligen, der Ehrenamtler - und der völlig unterbezahlten Beschäftigten in sozialen Berufen wie der Pflege zum Beispiel. Wer sorgt hier für materielle Privilegien? Das sind die Alten oder Pflegebedürftigen: mit Blumen und einer Schachtel Pralinen.

Von Thoralf Cleven/RND

Der kommissarische SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel fordert eine Vermögenssteuer und sagt, diese könne zehn Milliarden Euro einbringen - pro Jahr. Am Montag will er sein Konzept dem Präsidium der Partei vorlegen. Unternehmer äußern scharfe Kritik.

29.08.2019

Ein neu aufgetauchtes Video zeigt verdächtige Personen unmittelbar nach dem Attentat am 19. Dezember. Nach Ansicht des Bundeskriminalamtes ist die Qualität der Aufnahmen aber zu schlecht für eine Auswertung; sie lasse sich technisch auch nicht verbessern. Die Grünen wittern hinter der Weigerung Methode.

23.08.2019

Nicht unbedingt die feine englische Art: Großbritanniens Premierminister Boris Johnson hat bei seinem Antrittsbesuch beim französischen Präsidenten seinen Fuß auf einen Beistelltisch gestellt - und dafür online böse Kommentare kassiert. Dabei pflegt auch Macron selbst informelle Gesten.

23.08.2019