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Politik „Extinction Rebellion“: Das sind die Klimaschützer, die Straßen blockieren
Nachrichten Politik „Extinction Rebellion“: Das sind die Klimaschützer, die Straßen blockieren
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14:08 18.04.2019
Demonstranten machen eine Sitzblockade an der St. Paul’s Cathedral in London. Quelle: Vladimir Morozov
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Berlin/London

Sie protestierten nackt im britischen Parlament während einer Brexit-Debatte und blockierten die Waterloo Bridge in London. Seit Montag sind in der britischen Hauptstadt fast 400 Umweltaktivisten festgenommen worden: Die Umweltschutzgruppe „Extinction Rebellion“ (deutsch: Rebellion gegen das Aussterben) hat in London und in anderen Großstädten Europas in den vergangenen Tagen mit meist friedlichen Protesten für Chaos gesorgt.

„Bislang sind es etwa 390 Festnahmen“, sagte eine Sprecherin von Scotland Yard der Deutschen Presse-Agentur dpa. In London wollen die Aktivisten nach eigenen Angaben noch mindestens bis Freitag ihren Protest fortsetzen. 55 Buslinien in der britischen Hauptstadt mussten am Anfang der Woche eingestellt werden, weil Demonstranten Verkehrsknotenpunkte wie Oxford Circus, Marble Arch und Parliament Square blockiert hatten.

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Demonstranten blockieren Verkehr

In Berlin demonstrierten Klimaschützer im Namen von „Extinction Rebellion“ an der Jannowitzbrücke, später blockierten sie sitzend die Oberbaumbrücke. In Frankfurt hielten Demonstranten den Verkehr an und blockierten für eine kurze Zeit mit Flashmobs die Straßen.

In London und Berlin fordern Umweltaktivisten eine Klimawende. Nach einem Aufruf der Bewegung „Extinction Rebellion“ gingen sie in Dutzenden europäischen Städten auf die Straße.

Doch wer sind die Menschen, die im Namen von „Extinction Rebellion“ zu „bürgerlichem Ungehorsam“ aufrufen und auch für die nächsten Wochen Proteste ankündigen?

Klimaaktivisten jeden Alters

Der Ursprung von „Extinction Rebellion“ liegt im Vereinten Königreich, gegründet wurde die Gruppe von Wissenschaftlern. Zum ersten Mal traten die Klimaschützer dort öffentlich in Erscheinung, als sie in Unterwäsche im Parlament demonstrierten. „Dies ist ein Notfall“, schreiben die Klimaaktivisten auf ihrer Website. Die Menschen aller Altersgruppen fordern, dass die Regierungen einen Klima-Notstand ausrufen. Bis 2025 sollen die Länder klimaneutral werden und den Rückgang von Biodiversität stoppen.

„Unsere Art zu Leben zerstört die Natur, verursacht extremes Wetter, Fluten, Waldbrände, Massenmigration und Massensterben“, heißt es auf der Website von “Extinction Rebellion“. Die Regierung wisse seit mehr als 30 Jahren davon und habe es nicht geschafft, darauf zu antworten. „Es ist Zeit zu handeln – die ist ein Notfall“, sagen die Klimaschützer.

Klimaschützer wollen friedlich protestieren

Bereits im Oktober 2018 hatten sich die Klimaschützer in London am Parliament Square getroffen, um hier ihre Rebellion gegen die britische Regierung zu verkünden. „Wir hatten nur ein paar hundert Menschen erwartet, doch stattdessen kamen 1500, um beim friedlichen Ungehorsam mitzumachen“, erklären die Aktivisten. Dass die Proteste immer friedlich bleiben, ist nach eigener Aussage das Hauptanliegen der Demonstranten, die Bäume mitten auf öffentliche Plätze pflanzten oder sich mit Superkleber an die Tore vom Buckingham Palast klebten, um der Queen einen Brief vorzulesen.

Von den Briten inspiriert gründeten sich weltweit eigene Gruppierungen der „Extinction Rebellion“. „Wir haben Kontakt nach Indien, Südafrika, die USA, Australien, die Solomonen und Europa“, so die Gruppe. „Extinction Rebellion“ ruft in London und anderen Städten zu friedlichen Protesten auf – „bis wir gewinnen“.

Von Tomma Petersen/RND/dpa