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Politik Bahr, Bosbach, Bouffier: So unterschiedlich gehen Politiker mit ihrer Krebserkrankung um
Nachrichten Politik Bahr, Bosbach, Bouffier: So unterschiedlich gehen Politiker mit ihrer Krebserkrankung um
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15:04 10.05.2019
Daniel Bahr mit Ehefrau Judy Witten vor gut einem Jahr. Quelle: imago images / Gartner
Berlin

Die Nachricht war für viele Politiker ein Schock: Daniel Bahr ist krank, der frühere Gesundheitsminister von der FDP hat Krebs. Bahrs heutiger Arbeitgeber, die Allianz, hat die Erkrankung des Vorstandsmitgliedes bestätigt. „Bei einer Untersuchung wurde eine Krebserkrankung in einem frühen Stadium entdeckt“, erklärte die Allianz auf Anfrage des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND).

„Die Prognosen der Ärzte sind sehr gut, und die Erkrankung ist sehr gut behandel- und heilbar“, so das Unternehmen zum Gesundheitszustand des 42-Jährigen. Bahr hat öffentliche Termine und Reisen abgesagt, um sich einer Therapie zu unterziehen.

Daniel Bahr war von Mai 2011 bis Herbst 2013 Bundesgesundheitsminister in der schwarz-gelben Koalition unter Angela Merkel. Später wechselte er zur Allianz. Ein Rückblick auf seine politische Karriere.

Es passiert immer wieder, dass Spitzenpolitiker oder Manager im Amt schwer erkranken. Und es gibt sehr unterschiedliche Weisen, damit umzugehen, wie ein Überblick zeigt.

Volker Bouffier regiert weiter

Im Februar teilte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier mit, dass er an Hautkrebs erkrankt sei. Der 67-Jährige hatte sich aufgrund eines unklaren Befundes an der Nase einem Eingriff unterzogen. Bei der feingeweblichen Untersuchung wurde dann begrenzter Hautkrebs festgestellt.

Bouffier begann eine Strahlentherapie, die ambulant erfolgte. Seine Amtsgeschäfte führte der Ministerpräsident fort. Im April teilte die Landesregierung mit, dass die Hautkrebsbehandlung beendet sei.

Mike Mohring ging mit Mütze in die Talkshow

Thüringens CDU-Chef Mike Mohring hatte seine Krebs-Erkrankung Anfang des Jahres öffentlich gemacht und viel Anerkennung für diesen Schritt erhalten. Mohring trat mit Mütze auf, bei Facebook, in CDU-Klausuren sogar in einer Fernsehtalkshow. „Mein Arzt ist sozusagen mein Friseur“, kommentierte er selbst die äußerliche Veränderung.

Inzwischen hat der CDU-Politiker die Krankheit überwunden. „Ich habe den Kampf gegen den Krebs gewonnen, nun möchte ich für Thüringen kämpfen“ sagte Mohring in der vergangenen Woche. Auch die Haare sprießen wieder. Mohring tritt als Spitzenkandidat bei der Landtagswahl an, will Ministerpräsident werden.

Erwin Sellering konzentriert sich auf seine Vaterrolle

Seine Krebserkrankung überwunden hat auch Mecklenburg-Vorpommerns ehemaliger Ministerpräsident Erwin Sellering. Im Mai 2017 wurde bei Sellering Lymphdrüsen-Krebs diagnostiziert. Er trat von seinen Ämtern zurück, auch als SPD-Landesvorsitzender. Es folgten monatelange Chemo- und Bestrahlungstherapien. Insgesamt 70 Tage verbrachte Sellering im Krankenhaus. „Das war schwer“, sagt Sellering heute.

Inzwischen macht Sellering wieder Politik. Als einfacher Abgeordneter im Schweriner Landtag – und als „elder statesman“. Anders als CDU-Mann Mohring strebt Sellering keine Ämter mehr an. Für ihn sei die Rolle als Familienvater jetzt wichtiger als die des Politikers, sagte er der Ostsee-Zeitung.

Wolfgang Bosbach lebt seit Jahren mit der Krankheit

Einer der ersten Politiker, die offen mit ihrer Krebserkrankung umgegangen sind, war Wolfgang Bosbach. Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete leidet seit vielen Jahren an Prostata-Krebs, eine Heilung ist nicht möglich. Er nehme die Krankheit nicht auf die leichte Schulter, lebe aber sein Leben weiter, sagte der 66-Jährige vor Kurzem in einem Interview mit dem Kölner Domradio.

Bosbach muss Medikamente nehmen und regelmäßig zum Arzt. Er sei froh, dass er jetzt nicht mehr den Tagesordnungen des Deutschen Bundestages „unterworfen“ sei, so Bosbach weiter. Dem Ende seines Lebens schaue er „gespannt, aber auch gleichzeitig entspannt“ entgegen. „Ich glaube, dass der Tod nicht das letzte Wort hat“, sagte Bosbach.

Guido Westerwelle starb nach zwischenzeitlicher Hoffnung

Der frühere FDP-Chef Guido Westerwelle zog sich nach seiner Blutkrebs-Diagnose weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. 2014 wurde bei dem Ex-Außenminister Leukämie festgestellt, Westerwelle unterzog sich einer Chemotherapie und bekam eine Knochenmarktransplantation.

Politiker sind omnipräsent. Gestern noch waren sie in Argentinien oder den USA, heute stehen sie schon wieder bei einer irgendeiner Wahlkampfveranstaltung in einem bayrischen Bierzelt. Gesund ist das sicher nicht, wie Beispiele zeigen.

Im Herbst 2015 sah es aus, als gebe es Hoffnung. Westwelle stellte sein Buch „Zwischen zwei Leben“ vor, gab Interviews, trat zweimal im Fernsehen auf. Gegen Endes des Jahres verschlechterte sich der Gesundheitszustand wieder, Westerwelle musste zurück in die Klinik.

Am 18. März 2016 starb der FDP-Politiker im Alter von 54 Jahren.

Von RND

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