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Politik Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen: Ein Graben soll den Reichstag schützen
Nachrichten Politik Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen: Ein Graben soll den Reichstag schützen
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16:40 18.07.2019
Die Westseite des Reichstages – mit Demonstranten von „Fridays For Future“ davor. Quelle: Lisa Ducret/dpa
Berlin

Die Westseite des Reichstages soll künftig durch einen 2,50 Meter tiefen und zehn Meter breiten Graben geschützt werden. Entsprechende Pläne bestätigte eine Sprecherin der Bundestagsverwaltung dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung sei bereits vor einem Jahr von der Bau- und Raumkommission des Bundestages mit der Fortführung der Planungen zum Thema „trockener Graben“ beauftragt worden, sagte sie. Die Planungen „stünden im Zusammenhang mit dem geplanten Bau des Besucher- und Informationszentrums, um eine höhere Sicherheit für die Besucher herzustellen“.

Derzeit stehen auf der Wiese vor dem Reichstag provisorische Baracken. Darin finden die Sicherheitschecks der zuletzt jährlich drei Millionen Besucher statt, bevor diese in das Gebäude und auf die Kuppel gelangen können. Die Baracken waren nach Terrorwarnungen im November 2010 entstanden. Sie sollen durch den Bau eines Besucher- und Informationszentrum (BIZ) ersetzt werden, das laut Ältestenrat des Bundestages maximal 150 Millionen Euro kosten darf und spätestens 2023 fertig sein soll.

Erst sichtbar, wenn man davor steht

Der Graben und ergänzende Sicherheitszäune an der Spree- und der Tiergartenseite sollen verhindern, dass Besucher von der Westseite außer durch das BIZ auf den Reichstag zulaufen können; das BIZ und der Reichstag werden durch einen Tunnel verbunden. Dabei soll der Graben so konstruiert werden, dass Besucher ihn erst sehen, wenn sie direkt davor stehen, weil er unter dem Niveau des Geländes liegt – weshalb der Graben als „Aha-Graben“ firmiert.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion im Bundestag, Jan Korte, sagte dem RND: „Ich bin für die Pläne prinzipiell offen. Das provisorische Besucherzentrum ist auf Dauer kein Zustand.“ Allerdings werde die Umsetzung „viel Geld“ kosten. Darüber müsse „im Ältestenrat Einvernehmen hergestellt“, außerdem müsse das Geld „in den Haushalt eingestellt“ werden. Der Etat des Bundestages betrug zuletzt rund 800 Millionen Euro.

Der Blick würde freier sein

Die Wiese, die sich vor dem Reichstag in Richtung Kanzleramt erstreckt, war bisher stets frei. Früher wurde dort sogar häufiger Fußball gespielt. Als der Verpackungskünstler Christo und seine Frau Jeanne-Claude das Gebäude im Sommer 1995 für zwei Wochen verhüllten, saßen oder standen Tausende Menschen davor.

Ein Graben würde dafür sorgen, dass sich zumindest an der Optik des Reichstages von der Westseite nichts Wesentliches ändert. Durch den Bau des BIZ und den Wegfall der Baracken würde der Blick sogar freier als heute.

Von Markus Decker/RND

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