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Politik EKD-Chef beklagt Mangel an Empathie in Debatte über Abschiebungen
Nachrichten Politik EKD-Chef beklagt Mangel an Empathie in Debatte über Abschiebungen
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05:01 12.07.2018
EKD-Chef Bedford-Strohm: „Es ist eine Atmosphäre entstanden, in der nicht die Rettung des Lebens von Menschen als Erfolg gesehen wird, sondern ihre Abschiebung in möglichst großer Zahl.“
EKD-Chef Bedford-Strohm: „Es ist eine Atmosphäre entstanden, in der nicht die Rettung des Lebens von Menschen als Erfolg gesehen wird, sondern ihre Abschiebung in möglichst großer Zahl.“ Quelle: dpa
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Berlin

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, beklagt fehlende Empathie in der Debatte über Abschiebungen. „Immer mehr Menschen, besonders auch in den christlichen Kirchen, wollen den Auszug der Empathie aus den öffentlichen Diskussionen um die Flüchtlingspolitik nicht länger hinnehmen. Die Entwicklungen der letzten Tage machen dieses Anliegen umso dringlicher“, sagte Bedford-Strohm dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Damit übt der bayerische Landesbischof indirekt Kritik an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), ohne diesen jedoch namentlich zu erwähnen. Seehofer war mit Äußerungen über den jüngsten Abschiebeflug nach Afghanistan auf zum Teil scharfen Widerspruch gestoßen. Wörtlich sagte er: „Ausgerechnet an meinem 69. Geburtstag sind 69 – das war von mir so nicht bestellt – Personen nach Afghanistan zurückgeführt worden.“

Vor diesem Hintergrund meldet sich der EKD-Ratsvorsitzende jetzt zu Wort. „Es ist eine Atmosphäre entstanden, in der nicht die Rettung des Lebens von Menschen als Erfolg gesehen wird, sondern ihre Abschiebung in möglichst großer Zahl“, sagte Bedford-Strohm. „Als Christen glauben wir, dass jeder Mensch geschaffen ist zum Bilde Gottes. Wer den christlichen Glauben ernst nimmt, muss in seinem öffentlichen Reden und in seinem politischen Handeln die damit verbundene Achtung vor jedem Menschen zum Ausdruck bringen.“

Von Rasmus Buchsteiner/RND