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Politik Das sind die sieben größten Gefahren für den Weltfrieden
Nachrichten Politik Das sind die sieben größten Gefahren für den Weltfrieden
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21:15 15.02.2019
Explosive Mischung: die größten Gefahren für den Weltfrieden. Quelle: Eyeem
München

Die Sicherheitskonferenz versetzt München von heute an in den Ausnahmezustand – jedenfalls in Teilen der Innenstadt. Die Hauptkonferenz im Luxushotel Bayerischer Hof beginnt am Freitagmittag und endet am Sonntagmittag. Konferenzleiter Wolfgang Ischinger erwartet in diesem Jahr eine Rekordzahl von etwa 600 Teilnehmern. Darunter sind rund 30 Staats- und Regierungschefs und etwa 90 Minister aus aller Welt.

Neben Bundeskanzlerin Angela Merkel wird wohl US-Vizepräsident Mike Pence der prominenteste Redner in München sein. Aus den USA werden zudem der kommissarische US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan und die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, erwartet, ebenso wie Präsidententochter Ivanka Trump und ihr Mann Jared Kushner.

Hier geht es zum Live-Ticker

Mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu haben zwei weitere der prominentesten Gäste abgesagt.

Themen gibt es mehr als genug - die Sicherheit in der Welt wird von mehreren Entwicklungen bedroht. Die größten Risiken im Überblick:

Nationale Alleingänge

Überflüssig sei die Nato, verkündete US-Präsident Donald Trump 2018. Er ruderte dann zurück. Aber die Richtung bleibt: Es gibt einen Trend zum nationalen Alleingang. Unter Trump haben sich die USA aus dem Iran-Abkommen und aus dem Klimaschutzabkommen zurückgezogen. In Europa setzt man gleichzeitig auf engere Zusammenarbeit: 25 der 28 EU-Länder haben sich vor Kurzem zu einer gemeinsamen Verteidigungspolitik und Abstimmung bei Rüstungsprojekten verpflichtet.

Die neue Rüstungsspirale

Spätestens seitdem erst die USA und dann Russland das Abrüstungsabkommen INF Anfang des Monats aufgekündigt haben, ist das Rüstungsthema wieder auf der Tagesordnung. Noch gibt es eine mehrmonatige Frist, bis die Kündigung wirksam wird. Aber dass Russland bis dahin seine Mittelstreckenwaffen wirklich verschrottet, gilt als unwahrscheinlich. Berlin strebt nun ein neues Abkommen an, das weitere Atommächte wie China miteinbezieht. Weil Atomwaffen als Zeichen von Autonomie betrachtet werden, gilt dies aber als schwierig.

Terror und Flucht

Der Verfassungsschutz stuft Terroranschläge regelmäßig als größte Sicherheitsgefahr ein. Die Taliban in Afghanistan und der sogenannte „Islamische Staat“ im Nahen Osten haben mit ihrer Aggression Hunderttausende in die Flucht getrieben. Mit die größte Gefahr ist die Möglichkeit, dass Atomwaffen oder atomwaffenfähiges Material in den Besitz von Terrorgruppen gelangen. In der Nato gilt bei Terrorangriffen auf einen Mitgliedstaat die Beistandsgarantie. Unübersichtlich wird es, weil manche Gruppen auch von Staaten unterstützt werden.

Cyberkriege

Konflikte werden zunehmend übers Internet ausgetragen. Sie sind dadurch zunächst weniger sichtbar als zum Beispiel ein Truppenaufmarsch, aber nicht minder gefährlich. Im Cyberkrieg werden elektronische Systeme etwa von Elektrizitäts- oder Wasserwerken lahmgelegt, auch Angriffe auf Finanzinstitute und Börsen sind möglich. Ein Cyberkrieg kann auch psychologische Komponenten haben: Mittels gefälschte Nachrichten etwa in sozialen Netzwerken lassen sich Wahlkämpfe beeinflussen und politische Stimmungen verstärken.

Ernergiesicherheit

An Erdöl und Gas entzünden sich viele Konflikte. Vorprogrammiert ist der Streit um Nord Stream 2, die Ostseepipeline, die Erdgas aus Russland über Deutschland in die EU transportieren soll. US-Präsident Trump kritisiert das Projekt – und wirbt für US-Flüssiggas. Selbst Frankreich stellte sich auf die Seite der Kritiker. Auch im Machtkampf im Öl-Staat Venezuela droht eine globale Krise. Während Russland und China hinter Machthaber Nicolás Maduro stehen, unterstützen die USA und viele EU-Länder Juan Guaidó als Präsidenten.

Chinas Expansion

China baut seinen Einfluss weltweit aus. Vor zwei Jahren eröffnete das Land seine erste Militärbasis im Ausland, im ostafrikanischen Dschibuti. China sichert so Investitionen und den Zugang zu Rohstoffen ab. Peking vergibt milliardenschwere Kredite an Staaten in Mittel- und Osteuropa – um an Einfluss zu gewinnen. Schon jetzt sperren sich Ungarn, Polen und die Slowakei, den von den USA der Spionage verdächtigten Konzern Huawei vom Aufbau des Mobilfunknetzes 5G auszuschließen.

Die Klima-Gefahr

Dürren und sich ausdehnende Wüsten, Orkane und Sturmfluten, schwere Regenfälle, versinkende Inseln – der Klimawandel führt zu neuen Verteilungskämpfen. Gewalt, wirtschaftliche Not und Flucht sind die Folge. Die Sicherheitskonferenz hat das Thema als sicherheitsrelevant erkannt und erstmals in die Tagesordnung aufgenommen. Klimapolitik geht weit über Debatten um Dieselautos und Kohlekraftwerke hinaus. Sicherheitsbehörden müssen sich etwa Gedanken machen, ob ihre Einrichtungen gegen schwierige Wetterverhältnisse gefeit sind.

Von Daniela Vates und Jörg Köpke/RND

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