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Politik Christchurch-Attentäter buchte Tauchkurs in Tübingen
Nachrichten Politik Christchurch-Attentäter buchte Tauchkurs in Tübingen
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15:59 03.04.2019
Der australische Attentäter vor Gericht. Quelle: Mark Mitchell/dpa
Berlin

Der aus Australien stammende rechtsextremistische Attentäter von Christchurch buchte 2014 in Tübingen (Baden-Württemberg) einen Tauchkurs auf den Philippinen. Das berichtete ein Beamter des Bundeskriminalamtes (BKA) Teilnehmern zufolge bei der Sitzung des Bundestags-Innenausschusses am Mittwoch. Demnach buchte der Attentäter den Kurs am 9. Mai 2014 bei einem Mann aus der Universitätsstadt; der Kurs sollte vom 16. bis zum 26. Februar 2015 auf den Philippinen stattfinden.

Der Tübinger ist dem BKA-Beamten zufolge allgemein-kriminell aufgefallen; Bezüge in die rechtsextremistische Szene seien hingegen bisher nicht bekannt, hieß es. Der Frage, ob dennoch Bezüge bestehen, gehe das BKA jetzt nach. Das wiederum sei aktuell schwierig, so der BKA-Beamte, weil der Mann sich derzeit im Ausland aufhalte.

Besuch auf Schloss Neuschwanstein

Der Beamte erklärte ferner, dass der Attentäter sich am 30. November 2018 aus Österreich kommend für wenige Stunden auf Schloss Neuschwanstein aufhielt – laut ungarischen Ermittlern bezahlte er das Ticket mit seiner Kreditkarte. Zudem soll er nicht nur dem österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner Geld überwiesen haben, sondern zwischen dem 18. und dem 25. September 2017 auch viermal der rechtsextremistischen Géneration Identitaire, die ihre Wurzeln in Frankreich hat, aber auch in anderen Ländern aktiv ist; im ersten Fall waren es 1500 Euro, im zweiten 2200 Euro. Die Verbindung zu Sellner war bereits bekannt.

Schließlich haben die neuseeländischen Sicherheitsbehörden laut BKA zwei deutsche IP-Adressen ermittelt, von denen aus Menschen das Geschehen in Christchurch online auffällig intensiv verfolgten. Der Mobilfunk-Anbieter konnte die IP-Adressen allerdings niemandem zuordnen, da es sich um mobile Adressen handelte.

Der BKA-Beamte ließ nach Angaben von Teilnehmern durchblicken, dass er noch weitere Deutschland-Verbindungen erwartet, weil entsprechende Verbindungen zu Deutschlands Nachbarstaaten existierten.

50 Menschen erschossen

Die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, sagte dem RND: „Die Deutschlandbezüge des Attentäters von Christchurch müssen dringend noch tiefer ermittelt werden, denn er nahm ja sehr häufig Bezug auf Vorgänge aus Deutschland. Vor allem muss ermittelt werden, wie tief er in der Identitären Bewegung vernetzt war und ob die wiederum von Anschlagsszenarien Kenntnisse hatte.“

Der Attentäter erschoss in Christchurch in zwei Moscheen 50 Menschen. Dies löste in dem Land nachhaltiges Entsetzen aus.

Von Markus Decker/RND

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