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Politik Chile: Hunderttausende Demonstranten trotzen der Ausgangssperre
Nachrichten Politik Chile: Hunderttausende Demonstranten trotzen der Ausgangssperre
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15:19 24.10.2019
Auch Mitglieder diverser sozialer Einrichtungen - wie des chilenischen Roten Kreuzes - nahmen an den Protesten teil. Quelle: imago images/Aton Chile
Santiago de Chile

Die Spannungen in Chile halten an - trotz von der Regierung angekündigter Sozialreformen zugunsten ärmerer Bevölkerungsschichten. Hunderttausende Demonstranten nahmen am Mittwochabend (Ortszeit) an Kundgebungen in Santiago de Chile, Antofagasta, Valparaíso, Punta Arenas und anderen Städten teil.

Auf dem zentralen Ñuñoa-Platz in der Hauptstadt Santiago weigerten sich Demonstranten, nach Beginn der Ausgangssperre den Platz zu verlassen - und wurden von der Polizei mit Tränengas auseinandergetrieben.

In der fünften Nacht mit Ausgangssperre in Santiago und 18 weiteren Städten kam es wieder zu Plünderungen und Bränden, unter anderem in einem Supermarkt in einem Vorort der Hauptstadt, wie die Feuerwehr mitteilte. Ein Hotel in Santiago wurde laut öffentlichem Fernsehen geplündert. Auch in Antofagasta, im Norden Chiles, brannte ein Supermarkt in der Nacht zum Donnerstag.

Chile: Anhaltende Proteste trotz versprochener Maßnahmen

Präsident Sebastián Piñera hatte am Dienstag eine Anhebung der Mindestrente und des Mindestlohns, niedrigere Medikamentenpreise, höhere Steuern für Spitzenverdiener und eine Senkung der Gehälter von Parlamentariern und Ministern angekündigt. Er reagierte damit auf massiven Unmut in der Bevölkerung, der von der Erhöhung von U-Bahn-Tarifen ausgelöst worden war. Am Sonntag hatte er die Ausschreitungen noch als "Krieg mit einem machtvollen und unerbittlichen Feind" bezeichnet.

Bei den Unruhen kamen seit Freitag mindestens 18 Menschen ums Leben. Nach Angaben des Nationalen Instituts für Menschenrechte wurden fünf der Opfer von Sicherheitskräften getötet. Das Institut registrierte 535 Verletzte und 2410 Festnahmen.

Die Interamerikanische Menschenrechtskommission verurteilte am Mittwoch sowohl die "übermäßige Gewaltanwendung" von Seiten der Sicherheitskräfte als auch die "Gewalttätigkeit von Zivilpersonen" bei den Protesten.

RND/dpa

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