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Politik Carola Rackete erscheint vor Gericht
Nachrichten Politik Carola Rackete erscheint vor Gericht
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11:55 18.07.2019
Carola Rackete aus Kiel. Quelle: Till M. Egen/Sea-Watch.org/dpa
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Rom

Die Kapitänin des Seenotrettungsschiffs „Sea-Watch 3“, Carola Rackete, ist am Donnerstag vor einem Gericht in der sizilianischen Stadt Agrigent zu einer erneuten Vernehmung erschienen. Von einem großen Medienaufgebot begleitet, betrat sie wortlos und sichtlich bewegt das Gerichtsgebäude. Ihre Anwälte wollen sich nach Abschluss der Vernehmung äußern.

Italien wirft ihr Beihilfe zur illegalen Einwanderung vor. Überdies soll sie zum Vorwurf angehört werden, Anordnungen eines Kriegsschiffs nicht Folge geleistet zu haben. Im Fall einer Verurteilung in allen Anklagepunkten droht der 31-Jährigen eine Haftstrafe. Die Befragung war ursprünglich auf den 9. Juli angesetzt, wurde aber wegen eines Streiks der italienischen Anwälte verschoben.

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Die Kapitänin der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch war mit Dutzenden Migranten an Bord Ende Juni ohne Erlaubnis der Regierung in Rom in italienische Gewässer und in den Hafen von Lampedusa gefahren. Dabei hatte sie ein Schiff der Finanzpolizei, die zu den Streitkräften gehört, gestreift.

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Rackete wurde festgenommen und unter Hausarrest gestellt. Eine Ermittlungsrichterin hob diesen jedoch später wieder auf - sehr zum Ärger von Italiens rechtspopulistischem Innenminister Matteo Salvini. Das Schiff „Sea-Watch 3“ wurde festgesetzt.

Urteil wohl erst nach dem Sommer

Das Verfahren gegen Rackete wird sich aller Voraussicht nach länger hinziehen. Staatsanwalt Salvatore Vella hatte der Deutschen Presse-Agentur zuvor erklärt, dass wohl erst nach dem Sommer eine Entscheidung fällt, ob es zu einem Prozess gegen die Kapitänin kommen soll oder ob die Vorwürfe fallen gelassen werden.

Mehr zur Rackete-Vernehmung im Video:

Rackete kann sich frei bewegen und könnte theoretisch auch nach Deutschland zurückkehren. Bisher hielt sie sich in Italien an einem unbekannten Ort auf. Möglicherweise teilt sie dieser Tage etwas zu ihren künftigen Plänen mit. Ihren Anwälten zufolge will sie sich am Donnerstag allerdings nicht vor der Presse äußern.

Unabhängig von der Anhörung am Donnerstag hatte die Staatsanwaltschaft Berufung gegen die Freilassung Racketes beim obersten Gerichtshof in Rom eingereicht. Sea-Watch hält es jedoch für sehr unwahrscheinlich, dass die Deutsche wieder festgenommen wird. Auch erwartet die Organisation für zivile Seenotrettung keine Entscheidung bei der Anhörung Racketes am Donnerstag.

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Von RND/dpa

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