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Politik Bundesbildungsministerin eckt mit Äußerung zur Ehe für alle an
Nachrichten Politik Bundesbildungsministerin eckt mit Äußerung zur Ehe für alle an
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18:34 21.11.2018
„Ich glaube so, wie wir es gemacht haben, war es nicht richtig“: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek. Quelle: imago/Metodi Popow
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Berlin

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare kritisiert. „Ich glaube so, wie wir es gemacht haben, war es nicht richtig“, sagte die CDU-Politikerin in einem am Dienstag ausgestrahlten Interview mit dem Fernsehsender ntv. Die rechtliche Gleichsetzung mit heterosexuellen Paaren sei im Sommer vergangenen Jahres überstürzt erfolgt; eine „breite Debatte“, die die Gesellschaft in diesem Punkt hätte befrieden können, sei nicht geführt worden. „So, wie wir es gemacht haben, hat es eher für Polarisierung gesorgt“, betonte Karliczek.

Die Ministerin forderte Langzeitstudien zum Wohlergehen von Kindern, die in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften aufwachsen. Ihr Eindruck sei, dass Kinder zu leiden hätten. „Solange Kinder diskriminiert werden in Schulen oder in irgendeiner Weise gemobbt werden – so lange haben wir ein Problem“, sagte Karliczek. Ihrer Auffassung nach sorge die Öffnung der Ehe und die rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare für einen tief greifenden gesellschaftlichen Wandel. „Wir verschieben eine ganze Gesellschaft und reden nicht mal drüber“, beklagte Karliczek.

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Bundesfamilienministerin Giffey weist Karliczeks Kritik zurück

Karliczeks Äußerungen stießen bei ihrer Kabinettskollegin Franziska Giffey auf Kritik. „Schon heute belegen Studien, dass sich Kinder in homosexuellen Partnerschaften genauso gut entwickeln wie in Familien mit Mutter und Vater. Was zählt, ist, dass sich Menschen liebevoll um ihre Kinder kümmern Kinder brauchen ein gutes Familienklima und gute Beziehungen zu denen, die für sie sorgen“, sagte die Bundesfamilienministerin von der SPD dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Kindeswohl hänge nicht von der Elternkonstellation ab: „Wir im Familienministerium sehen es als unsere Aufgabe an, jede Familienkonstellation dabei zu unterstützen, dass Kinder gut aufwachsen können: Alleinerziehende, die Mutter-Vater-Familie und genauso auch Familien mit Eltern gleichen Geschlechts“, betonte Giffey.

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Von Marina Kormbaki / RND