Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Politik Bund könnte im Mai Regeln zu Masern-Impfpflicht für Kinder vorlegen
Nachrichten Politik Bund könnte im Mai Regeln zu Masern-Impfpflicht für Kinder vorlegen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:23 14.04.2019
Impfpass mit der Eintragung einer Mehrfachimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln. Quelle: imago images / Winfried Rothermel
Berlin

Die Pläne für eine Masern-Impfpflicht in Deutschland werden konkreter. Anfang Mai wird dazu ein Vorschlag des zuständigen Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU) erwartet. Spahn hat sich für verpflichtende Masern-Impfungen für Kinder in Kitas und Schulen ausgesprochen, auch Familienministerin Franziska Giffey (SPD) plädiert dafür.

Bei den Ländern gibt es derzeit keine einheitliche Position. Einige wollen den Vorschlag des Bundes abwarten. Dies würde jedenfalls eine bundeseinheitliche Lösung erleichtern.

Neben dem Brandenburger Landtag zeigte sich Nordrhein-Westfalens Landesregierung entschlossen, eine Impfpflicht einzuführen. Derzeit prüft das Land aber noch. Familienminister Joachim Stamp (FDP) sagte der „Rheinischen Post“: „Ich bin für eine generelle Impfpflicht - das gilt auch für Kindergärten.“ Auch NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) ist für eine Impfpflicht. Er habe Spahn ausdrücklich seine Unterstützung für dessen Prüfung zugesichert.

Giffey argumentiert mit staatlicher Verantwortung

Bundesfamilienministerin Giffey bekräftigte im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: „Staatliches Handeln ist gefragt, wenn das Risiko, andere Kinder in Kindergärten, Schulen oder in anderen Einrichtungen zu gefährden, nicht anders in den Griff zu bekommen ist.“ Spahn führte zuletzt unter anderem Gespräche mit dem Koalitionspartner SPD.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zeigte sich Ende März zuversichtlich, „dass wir demnächst einen entsprechenden Vorschlag vorlegen können“.

Lesen Sie auch den Kommentar zur Impfpflicht: Was glauben wir noch?

Masern sind hochansteckend und können in seltenen Fällen auch tödlich verlaufen. Dennoch dürfte ein Zwang zur Masern-Impfung nicht leicht durchzusetzen sein.

Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages hatte schon vor zwei Jahren auf verfassungsrechtliche Probleme hingewiesen. Die Experten schlossen aber die Möglichkeit, eine Impfpflicht für bestimmte Krankheiten durchzusetzen, nicht generell aus.

Impfung erfolgt in mehreren Schritten

Für Kita-Kinder könnte das noch einigermaßen funktionieren, bei Schul-Kindern ist das möglicherweise schwieriger. Und jenseits der rechtlichen Problematik kommt noch hinzu, dass die Impfung in mehreren Schritten erfolgt und erst danach wirksam wird. Entschieden werden muss also auch über den Impfstoff und darüber, ob es Dreifach- oder Vierfach-Impfungen gibt.

Lesen Sie auch: Das sollten Sie zur Debatte um die Masern-Impfpflicht wissen

Brandenburg war am Donnerstag vorgeprescht. Der Landtag forderte die rot-rote Landesregierung mit breiter Mehrheit auf, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass bis zu einer bundesrechtlichen Lösung eine Impfung als verpflichtende Voraussetzung für den Besuch von Kitas und Tagespflege gilt. Zugleich soll die Landesregierung eine Bundesratsinitiative einbringen. Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) plädierte am Sonntag dafür, dass seine Landesregierung die Initiative unterstützt.

Eine Impfpflicht für Kita-Kinder ginge weiter als das, was die Bundesregierung bereits in der vergangenen Legislaturperiode an schärferen Regeln beschlossen hatte. Seitdem müssen Eltern, die ihre Kinder in Kitas schicken wollen, unter anderem eine verpflichtende Impfberatung nachweisen können. Auch in diesem Fall lief es so, dass der Bund die bundeseinheitlichen Rahmenbedingungen dafür vorgab, die die Länder dann umsetzen sollten.

Impfquote in Hamburg bei 93,5 Prozent

Nach einem Masern-Ausbruch in Schleswig-Holstein forderte die oppositionelle Hamburger CDU eine Impfung aller städtischen Mitarbeiter, die mit Kindern arbeiten. Außerdem solle der Besuch einer Kita für Kinder nur noch mit „einwandfrei nachgewiesenem Impfstatus“ möglich sein, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin Birgit Stöver der dpa.

Laut Hamburger Senat liegt die Impfquote bei 93,5 Prozent. Das „reicht schon heute nicht, um Ansteckungen vollständig zu verhindern, geschweige denn die Masern vollständig auszurotten“, sagte Stöver.

Die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) argumentierte: „Prinzipiell habe ich nichts gegen eine Impfpflicht, aber wir warten jetzt den Gesetzentwurf auf Bundesebene dazu ab.“ Wenn die Impfpflicht bundesweit komme, setze Berlin sie um.

In Niedersachsen will Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) erst dann über eine Impfpflicht diskutieren, wenn es langfristig zu einer Verschlechterung der Situation kommt. Hessens Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) will mit einer besseren Aufklärung für höhere Impfquoten sorgen. „Aus unserer Sicht ist eine Impfpflicht im Moment nicht verhältnismäßig und auch nicht notwendig“, sagte er der dpa.

Die Karte zeigt die Zahl der Masererkrankungen nach Bundesländern in den Jahren 2018 und 2019:

Von RND/dpa/ngo

Geheimdienste sind überzeugt, dass Russland den Europawahlkampf nutzt, um die EU zu destabilisieren. Besonders junge Menschen stünden derzeit im Fokus der Beeinflussungsversuche. Das russische Außenministerium weist die Vorwürfe zurück – und sieht Russland als willkommenden Sündenbock.

14.04.2019

Er war sein tierischer Freund in der Botschaft: Der Kater von Julian Assange ist im Laufe der Jahre eine kleine Social-Media-Berühmtheit geworden. Nach der Verhaftung seines Besitzers kam die Frage auf, wie es mit dem Tier weiter geht. Wikileaks gibt nun Entwarnung – und kündigt eine Wiedervereinigung an.

14.04.2019

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen zieht trotz massiver Ausrüstungsmängel der Bundeswehe eine positive Bilanz ihrer bisherigen Amtszeit. Eine Mehrheit der Deutschen glaubt jedoch einer Umfrage zufolge nicht, dass sie die Richtige ist, um die Truppe zu modernisieren.

14.04.2019