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Politik Britischer Tanker in iranischer Hand: Läuft die Lage aus dem Ruder?
Nachrichten Politik Britischer Tanker in iranischer Hand: Läuft die Lage aus dem Ruder?
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16:28 20.07.2019
Die US-Marine in der Straße von Hormus ist in Alarmbereitschaft. Quelle: imago images / ZUMA Press
Teheran

Säbelrasseln am Persischen Golf: An der Straße von Hormus droht die Konfrontation des Westens mit dem Iran außer Kontrolle zu geraten. Beide Seiten sind derzeit nicht gewillt nachzugeben. Die Lage ist kaum überschaubar.

Was wir wissen: Iranische Revolutionsgarden (IRGC) haben Freitag kurz hintereinander zwei britische Tanker festgesetzt. Einer, der unter liberianischer Flagge fahrende Tanker „Mesdar“ des britischen Unternehmens Norbulk Shipping UK, konnte kurze Zeit später weiterfahren.

Der erste Tanker, die unter britischer Flagge fahrende „Stena Impero“, wurde hingegen in den Hafen von Bandar Abbas eskortiert. Zur Begründung hieß es, der Tanker habe internationale Vorschriften missachtet. Der 23-köpfigen Besatzung der „Stena Impero“ wurde Samstag untersagt, von Bord gehen zu dürfen.

Der britische Öltanker „Stena Impero“ der schwedischen Reederei Stena Bulk ankert in dem Hafen von Bandar Abbas. Quelle: Uncredited/Tasnim News Agency/AP/dpa

Reederei: Tanker hielt sich an Vorschriften

Die schwedische Reederei Stena Bulk, der das Schiff gehört, teilte auf seiner Website mit, der Tanker habe sich an sämtliche internationalen Vorschriften gehalten. Wie Daten der Internetseite Marine Traffic zeigen, verließ die „Stena Impero“ gegen 17.30 Uhr MESZ ihren Kurs, als sie die Straße von Hormus passiert hatte.

Dieser Screenshot der Webseite Marine Traffic zeigt die Route des britischen Öltankers „Stena Impero“, der auf dem Weg nach Saudi-Arabien von den Iranischen Revolutionsgarden gestoppt wurde. Quelle: Marinetraffic.Com/Press Associat

Die Konsequenz: Die Briten wollen sich das nicht gefallen lassen. Im Schulterschluss mit den USA droht Großbritannien dem Iran mit ernsten Folgen. Die Regierung in London forderte britische Schiffe auf, die Straße von Hormus und umliegende Gewässer zu meiden.

Die USA verkündeten Samstag umgehend, zur Abschreckung Soldaten nach Saudi-Arabien, dem Erzfeind des Irans, zu verlegen. Es soll zunächst um bis zu 500 Soldaten gehen.

Hunt warnt vor destabilisierenden Verhalten

Der britische Außenminister Jeremy Hunt sprach am Samstag von einem riskanten Manöver der iranischen Revolutionsgarden. Die Aktion am Freitagabend deute darauf hin, dass der Iran einen „gefährlichen Weg des illegalen und destabilisierenden Verhaltens“ beschreite, schrieb Hunt bei Twitter.

Es liegt die Vermutung nahe, dass ein Vorfall im britischen Gibraltar Auslöser des iranischen Vorgehens ist. Dort war Anfang Juli ein Supertanker mit Öl aus dem Iran, das für Syrien bestimmt gewesen sein soll, an die Kette gelegt worden. Voraussichtlich noch bis 20. August.

Der Supertanker «Grace 1» liegt neben einem Royal Marine Schiff in den Gewässern von Gibraltar. Quelle: Marcos Moreno/AP/dpa

Deutschland und Frankreich solidarisierten sich Samstag mit Großbritannien. „Die Bundesregierung verurteilt die Festsetzung von zwei Handelsschiffen im Golf auf das Schärfste“, erklärte ein Sprecher des Berliner Außenministeriums. „Dies ist ein nicht zu rechtfertigender Eingriff in die zivile Schifffahrt, der eine ohnehin angespannte Lage gefährlich weiter verschärft.“

Börsen reagierten sofort

Die Börsen reagierten sofort: Der neue Zwischenfall trieb den Ölpreis nach oben. Die betroffene Meerenge im Golf von Oman ist eine der wichtigsten Seestraßen der Welt. Fast ein Drittel des globalen Ölexports wird durch die Meerenge verschifft. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent legte zuletzt um 1,14 US-Dollar auf 63,07 Dollar zu.

Doch während die Situation droht, aus dem Ruder zu laufen, beauftragte Trump den republikanischen Senator Rand Paul, eine Aufnahme von Gesprächen mit dem Iran auszuloten. Der Senator habe seine Hilfe angeboten, erklärte Trump. „Wir werden sehen, was passiert.“

Trump hatte im Mai 2018 das Atomabkommen mit dem Iran einseitig aufgekündigt und danach harte Wirtschaftssanktionen gegen die Islamische Republik verhängt, die das Land von den Finanz- und Ölmärkten abschneiden sollen. Die USA und der Iran unterhalten keine diplomatischen Beziehungen.

Von cle/RND/dpa

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