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Politik Luftballon-Verbot? Aufgeblasen und zerplatzt
Nachrichten Politik Luftballon-Verbot? Aufgeblasen und zerplatzt
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18:39 12.09.2019
Gehört das verboten? Ein grüner Ballon auf seinem Weg zum Horizont. Quelle: Marijan Murat/dpa
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Den Grünen trauen die Medien und der politische Gegner alles zu. Vor allem Verbotsforderungen. Nach dem tragischen Verkehrsunfall vergangenen Woche in Berlin forderten Grünen-Politiker ein Verbot oder eine Beschränkung von SUVs in Städten, und die Debatte kochte in Sekundenschnelle hoch.

Den Grünen traut man sogar zu, Kinder vorsätzlich in tiefe Trauer zu stürzen, weil ihnen die Luftballons verboten werden. Anders ist nicht zu erklären, warum die falsch zugespitzte Meldung „Grüne wollen Luftballons verbieten“ binnen kürzester Zeit Aufregung in sozialen Netzwerken und Redaktionen auslöste.

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Nena: "Dass sowas von so was kommt"

Was war passiert? „Dass sowas von so was kommt“, singt Nena in „99 Luftballons“, und in diesem Fall kam es folgendermaßen: Die Grünen-Landesvorsitzende von Niedersachsen lobt im Interview den Beschluss der westfälischen Stadt Gütersloh, bei städtischen Veranstaltungen (!) auf das Steigenlassen (!) von gasgefüllten (!) Ballons zu verzichten. Der Antrag kam noch nicht einmal von den Grünen, er wurde im Stadtrat einstimmig angenommen.

Die Grünen sehen Gütersloh als Vorbild, weil die Ballonreste meist in der Natur landen und für Vögel lebensbedrohlich sein könnten. „99 Luftballons auf ihrem Weg zum Horizont hielt man für UFOs aus dem All“, singt Nena. Die Vögel aber verwechseln das Plastik mit Futter und verhungern mit vollem Magen. Umweltverbände fordern daher schon lange ein Verbot. Dagegen steht die Romantik-Fraktion, hier vertreten durch Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD). Dessen Sprecher sagte: „Ein Ballonverbot rettet die Welt bestimmt nicht.“

Die Grünen wollen Luftballons beschränken

Jedoch: Niemand, auch die Grünen nicht, verbietet Ballons auf Kindergeburtstagen oder bei Hochzeitsfeiern im Saal. Noch einmal Nena: „Hab 'nen Luftballon gefunden – denk an dich und lass ihn fliegen.“ Da zerplatzt ein Aufreger – bis zur nächsten Verbotsdebatte.

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Von Jan Sternberg/RND