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Politik „Enttäuscht“: Nordkorea sieht Atomgespräche mit USA gescheitert
Nachrichten Politik „Enttäuscht“: Nordkorea sieht Atomgespräche mit USA gescheitert
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15:47 06.10.2019
US-Präsident Donald Trump (r.) und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un (l.) – eine Mehrheit der Bundesbürger sieht die USA und Nordkorea als größte Gefahren.
Stockholm/Athen/Washington

Die Atomgespräche zwischen Nordkorea und den USA sind Medienberichten zufolge schon am ersten Verhandlungstag gescheitert. „Wir sind enttäuscht von den USA“, erklärte der nordkoreanische Unterhändler Kim Myong Gil nach Angaben der schwedischen Zeitung „Dagens Nyheter“ am Samstagabend im Anschluss an die Zusammenkunft in Stockholm vor Reportern.

Es waren die ersten Verhandlungen seit einem Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Machthaber King Jong Un im Februar in Vietnam, das an der Frage der atomaren Abrüstung gescheitert war. Trump und Kim hatten die neuen Verhandlungen auf Arbeitsebene Ende Juni bei einem Treffen an der innerkoreanischen Grenze vereinbart.

USA sehen Atomgespräche nicht als gescheitert an

„Die Verhandlungen haben unsere Erwartungen nicht erfüllt und wurden deshalb abgebrochen“, sagte der Nordkoreaner dem Bericht zufolge. Die USA hätten nichts mit an den Verhandlungstisch gebracht. Nun liege es an Washington, den Dialog wiederaufzunehmen, forderte er.

Anders als der Unterhändler Nordkoreas sehen die USA die Atomgespräche mit Pjöngjang nicht als gescheitert an. Die mehr als acht Stunden langen Gespräche in Stockholm seien „gut“ gewesen, erklärte das US-Außenministerium am Samstag.

Lesen Sie auch: Nordkorea spricht von Test eines „supergroßen“ Raketenwerfers

Nur wenige Stunden zuvor hatte sich US-Außenminister Mike Pompeo zuversichtlich gezeigt, dass bei den Atomgesprächen erste Fortschritte erzielt werden könnten. Dieser erste Austausch solle nach langer Pause die Grundlage für Verhandlungen „in den kommenden Wochen und Monaten“ bilden, um nachhaltige Fortschritte zu erreichen, sagte Pompeo während eines Besuchs in Griechenland. Die USA hätten zu den Gesprächen in Stockholm eine Reihe von Ideen mitgebracht. Es sei daher zu hoffen, dass die Nordkoreaner mit gutem Willen und „dem Willen, Fortschritte zu machen“, angereist seien, sagte Pompeo.

Nordkorea verfügt Experten zufolge über erste Atomwaffen

Dem renommierten Nordkorea-Experten Ankit Panda zufolge deutete der schnelle Abbruch der Verhandlungen darauf hin, dass Nordkorea vergeblich Zugeständnisse der USA bei der Aufhebung von Sanktionen erwartet habe. Damit stünden die Zeichen nun wieder auf Eskalation, warnte er auf Twitter. „Erwarten Sie mehr Raketentests“, schrieb er.

Die USA und westliche Verbündete fordern eine Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel und eine Einschränkung der Raketen- und Waffenprogramme des ostasiatischen Landes. Nordkorea hat grundsätzlich den Willen zur Abrüstung bekundet, besteht aber vor weiteren Zugeständnissen auf einer schrittweisen Aufhebung der Sanktionen. Nordkorea verfügt Experten zufolge über erste Atomwaffen und treibt die Entwicklung ballistischer Raketen weiter voran. Solche Raketen können mit Atomsprengköpfen ausgerüstet werden.

Nukleargespräche zwischen Nordkorea und USA offenbar gescheitert

Das Land hatte zuletzt mehrere Kurz- und Mittelstreckenraketen getestet

Trumps Verhandlungsstrategie hat auch viele Kritiker, die argumentieren, Kim spiele nur auf Zeit, um sein Atomwaffenarsenal zu verbessern. Der kürzlich von Trump entlassene nationale Sicherheitsberater John Bolton etwa hatte am Montag erklärt, Nordkorea werde trotz Gipfeltreffens und Verhandlungen sein Atomwaffenprogramm „nie freiwillig aufgeben“. Nordkorea sei eine „gravierende und wachsende Bedrohung“, sagte der für seine außenpolitisch harten Haltungen bekannte Bolton.

Nordkorea hatte zuletzt mehrere Kurz- und Mittelstreckenraketen getestet. Erst am Mittwoch testete das Land nach eigenen Angaben eine neuartige ballistische Rakete vom Typ Pukguksong-3, die von einem U-Boot aus abgefeuert worden sein soll. Das wäre ein bedeutender Fortschritt für Nordkoreas Waffenprogramm. Das US-Militär bestritt indes, dass die Rakete von einem U-Boot aus abgefeuert wurde.

RND/dpa

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