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Politik Anwältin von Frauen ohne Kopftuch im Iran verurteilt
Nachrichten Politik Anwältin von Frauen ohne Kopftuch im Iran verurteilt
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17:15 06.03.2019
Nasrin Sotoudeh, hier auf einer Aufnahme von vor sechs Jahren. Kurz zuvor wurde sie aus einer dreijährigen Haft entlassen. Quelle: Behrouz Mehri/AFP
Dubai

Die iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotudeh ist erneut schuldig gesprochen worden. Die Anklage gegen die 55-Jährige lautete unter anderem „Ermunterung zu Korruption und Prostitution“, wie das New Yorker Zentrum für Menschenrechte im Iran am Mittwoch mitteilte.

Die Formulierung legt nahe, dass Sotudeh die Verteidigung von Frauen zur Last gelegt wurde, die gegen die Kleidervorschriften im Iran protestiert hatten. Selbst die Mitgliedschaft in einer Menschenrechtsorganisation wurde ihr zum Vorwurf gemacht.

Prozess in Abwesenheit

Sotudeh war wegen ihrer Arbeit schon einmal zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Sie weigerte sich, an dem neuen Verfahren vor einem Revolutionsgericht teilzunehmen, weil sie sich ihren Anwalt nicht selbst aussuchen durfte, wie der Direktor des Menschenrechtszentrums, Hadi Ghaemi, sagte. Der Prozess wurde deshalb in Abwesenheit hinter verschlossenen Türen geführt.

Die Gesetze im schiitischen Gottesstaat Iran schreiben vor, dass sich Frauen in der Öffentlichkeit verhüllen. Viele testen die Auslegung des Gesetzes durch die Behörden aber immer wieder aus.

In der Vergangenheit protestieren immer wieder Frauen gegen die Vorschrift, beispielsweise indem sie an einem gut sichtbaren Ort in der Öffentlichkeit ihr Kopftuch abnehmen. Manche binden es an einen Stock und halten es hoch wie eine Fahne.

Die gemäßigte Regierung von Präsident Hasan Ruhani hat zwar eine Lockerung in Aussicht gestellt, muss aber Rücksicht auf konservative Kräfte nehmen.

Lesen Sie auch: Iran: Kein Kopftuch: Zehnjähriger Turnerin droht Verfahren

Von RND/ Elena Butz mit AP

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