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Politik Angst vor Kriminalität wächst – Seehofer: „Deutschland ist sicher“
Nachrichten Politik Angst vor Kriminalität wächst – Seehofer: „Deutschland ist sicher“
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18:07 02.04.2019
„Deutschland ist eines der sichersten Länder der Welt“, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer, als er die aktuelle Kriminalstatistik vorstellte. Quelle: Wolfgang Kumm/dpa
Berlin

Die Angst der Menschen in Deutschland vor Kriminalität wächst. So fühlten sich 2017 insgesamt 22 Prozent der Bevölkerung nachts in der eigenen Wohngegend unsicher – das waren fünf Prozentpunkte mehr als fünf Jahre zuvor.

Dies geht aus einer Untersuchung des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht (MPI) und des Bundeskriminalamts (BKA) hervor. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), sein schleswig-holsteinischer Amtskollege Hans-Joachim Grote (CDU) und BKA-Chef Holger Münch stellten die Studie am Dienstag in Berlin vor.

Neun Prozent haben Angst vor Terror

Insbesondere Frauen, Menschen mittleren Alters und Bewohner mittelgroßer Städte sowie Ostdeutsche fühlen sich demnach unsicher. Fast neun Prozent der Menschen halten es für ziemlich oder sehr wahrscheinlich, Opfer eines Terroranschlags zu werden.

Zugleich ist weniger als ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland nach Angaben Seehofers im Befragungsjahr 2017 Opfer schwerer Straftaten wie Raub, Kfz-Diebstahl oder vollendeter Wohnungseinbruch geworden. „Deutschland ist eines der sichersten Länder der Welt“, sagte er. BKA-Chef Münch bekräftigte: „Bürgerinnen und Bürger werden selten Opfer von Straftaten.“

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3,6 Prozent weniger bekannte Delikte

„Jede Straftat ist natürlich eine zu viel. Aber objektiv ist dies der niedrigste Wert seit Jahrzehnten“, erklärte Seehofer mit Bezug auf die 5,56 Millionen registrierten Straftaten im vergangenen Jahr.

Gegenüber 2017 sank die Zahl der polizeibekannten Delikte damit um 3,6 Prozent. Unklar ist allerdings, wie viele Vergehen den Sicherheitsbehörden nicht bekannt sind.

Ähnlicher Anteil an zur Anzeige gebrachten Vergehen

Ein Trend sollte sich nach Darstellung Münchs aber trotzdem ablesen lassen. Das ergebe ein Vergleich der Untersuchungen zum Sicherheitsgefühl und zur Wahrscheinlichkeit, Opfer von Straftaten zu werden, für das Jahr 2017 mit dem Vorläufer aus dem Jahr 2012.

Demnach blieb der Anteil der Vergehen, die zur Anzeige gebracht werden, ähnlich hoch. Eine Zu- oder Abnahme der polizeibekannten Verbrechen sollte also Aussagen über den Trend ermöglichen.

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Mehr Straftaten gegen Staatsbeamte?

Besonders empört zeigte sich Seehofer über die rund 34.000 Delikte, bei denen es um Widerstand gegen oder Angriffe auf die Staatsgewalt geht. Gegenüber 2017 bedeutet das einen Anstieg um fast 40 Prozent.

Allerdings fallen seit einer Gesetzesänderung im Mai auch deutlich mehr Straftaten in diese Kategorie, zudem werden hier nun nicht nur Justiz- und Polizeibeamte, sondern auch Rettungskräfte oder Feuerwehrleute erfasst.

Zahlen sind nicht vergleichbar

Die Zahlen sind also nicht vergleichbar - die neue Methodik ist aus Sicht Seehofers aber realitätsnäher. „Wir können jetzt diese Übergriffe auf Polizei- und Einsatzkräfte genau nachweisen“, sagte der Minister. Manche Angreifer agierten „erschreckend ungehemmt“.

Von RND/dpa/ngo

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