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06:37 19.09.2018
Ein Bauarbeiter auf einer Baustelle in Boston. Die amerikanische Wirtschaft boomt. Quelle: AP Photo/Elise Amendola
Washington

Viele Afroamerikaner sehen sich seit Wochen in einer ganz unerwarteten Rollen. Regelmäßig äußert sich der US-Präsident über die jüngsten Wirtschaftsdaten in den schwarzen Kommunen, und auch auf Donald Trumps Wahlkampfveranstaltungen treten verstärkt schwarze Vorredner und Pastoren auf, die seinen Auftritt ankündigen. Das verstärkte Werben um die lange vernachlässigte Wählerklientel dürfte einen einfachen Hintergrund besitzen: Die Afroamerikaner stimmten im November 2016 mit breiter Mehrheit für die Demokraten und erleben seit dem Regierungswechsel den Wirtschaftsboom stärker als jede andere Minderheit. Beste Voraussetzungen für die Wahlstrategen der Republikaner also, genau diese Gruppe verstärkt zu umwerben.

Boom auch in strukturschwachen Regionen

Tatsächlich kann der Amtsinhaber Resultate vorlegen: Anders als von vielen Wirtschaftsfachleuten erwartet, liegt die Arbeitslosenquote in den USA zurzeit bei 3,9 Prozent – einem geradezu historischen Tiefstand. Und ganz besonders profitieren von dieser Entwicklung die Afroamerikaner: Etwa 750.000 fanden in der Trump-Ära nach Angaben des US-Arbeitsministeriums wieder einen Job. Zur Überraschung vieler Beobachter boomt es nicht allein in den Metropolen, sondern auch in den strukturschwachen Regionen im amerikanischen Herzland. Insgesamt wächst die Wirtschaft quasi doppelt so schnell wie in der Europäischen Union.

Zu recht warnen eingefleischte Trump-Kritiker wie Paul Krugman vor den Schattenseiten des neuen Booms. Geradezu gefährlich ist nach Einschätzung des Nobelpreisträgers und Ökonomen die grassierende Staatsverschuldung, die unter anderem durch steigende Militärausgaben und die grundlegende Steuersenkung weiter befeuert werde.

Dow Jones seit Trumps Amtseinführung 40 Prozent im Plus

Viele Wähler dürften dagegen eine ganz andere Rechnung aufmachen: Wer zu Beginn der Trump-Ära sein Geld in den Dow-Jones-Aktienindex investierte, konnte seitdem sein Vermögen um mehr als 40 Prozent erhöhen. Ein Rekordwert, der so manchen Skandal in der Regierungsspitze in ein milderes Licht taucht. Zumindest diejenigen, die vor zwei Jahren ihr Geld richtig anlegten, dürften zurzeit kaum einen Grund zum Klagen haben.

Für viele Direktkandidaten in den ländlichen Regionen, die bei den „Midterms“ im November zur Wahl stehen, ist darüber hinaus eine andere – ebenfalls unerwartete – Entwicklung von Bedeutung: Entgegen dem jahrelangen Trend geht es für das verarbeitende Gewerbe wieder aufwärts. Zahlreiche kleine Handwerksbetriebe suchen händeringend nach neuen Mitarbeitern und heben die Stimmung in Regionen, die bisher von der Washingtoner Politik eher übersehen wurden. Ein Trend, von dem sogar die fast totgesagte Kohleindustrie in den Appalachen profitiert. Aus dem sogenannten Flyover Country werden denn auch die höchsten Zustimmungswerte für den Amtsinhaber gemeldet.

Folgen des Handelskriegs mit China noch unabsehbar

Unkalkulierbar bleiben allerdings die Folgen der eskalierenden Handelskriege. Mit seiner jüngsten Ankündigung, chinesische Waren im Wert von fast 200 Milliarden Euro mit zehn Prozent Strafzöllen zu belegen, trifft Trump nicht nur chinesische Hersteller, sondern auch amerikanische Konsumenten. Fachleute wie Krugman warnen zudem vor den Folgen der milliardenschweren Infrastrukturprogramme: Sobald die Staatsaufträge abgearbeitet sind, bestehe die Gefahr, dass die Firmen in ein tiefes Auftragsloch fallen.

Doch selbst wenn sich Krugmans Warnungen bewahrheiten sollten, steht dieser Absturz nicht mehr vor den Wahlen im November zu erwarten. Trumps Kalkül, die Wirtschaft mit aller Macht zu befeuern, um die Zwischenwahlen zu gewinnen, könnte daher aufgehen – trotz der zahllosen Skandale.

Von Stefan Koch/RND

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