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Politik Alle gegen Nahles: SPD-Chefin punktet bei Maybrit Illner mit Selbstironie
Nachrichten Politik Alle gegen Nahles: SPD-Chefin punktet bei Maybrit Illner mit Selbstironie
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08:14 15.02.2019
Bei Maybrit Illner waren unter anderem Andrea Nahles und Christian Lindner zu Gast. Quelle: imago/Metodi Popow
Berlin

Zurückgelehnt saß sie da. So demonstrativ entspannt wie der Studiostuhl es nur irgendwie hergab, verfolgte Andrea Nahles am Donnerstagabend bei Maybrit Illner die Diskussion – während die anderen am Tisch über sie und die SPD und ihre Reformvorschläge des Sozialstaates sprachen. Die Parteivorsitzende war gekommen um endlich einmal wieder Inhalte zu präsentieren – und musste doch vor allem verteidigen.

Das lag vor allem an der illustren Runde, die sich die Illner-Redaktion da eingeladen hatte. Neben Nahles saßen mit Christian Lindner und Katja Kipping auch die Parteivorsitzenden von FDP und Linken am Tisch. Dazu die namhaften Politjournalisten Robin Alexander von der „Welt“ und Markus Feldenkirchen vom „Spiegel“. Durchaus die erste politische Riege also – und die diskutierte zuerst einmal ausgiebig taktische Parteispielchen.

Lesen Sie hier: Nahles fordert radikalen Umbau des Sozialstaats

Was bedeutet das nun, dass die SPD nach links rückt? Wird das sozialdemokratische Schreckgespenst Hartz-4 damit gänzlich in die Untiefen der Parteiarchive verbannt? Und was bedeuten die Vorschläge überhaupt für die CDU?

Polittaktische Einschätzungen – und ein Lächeln

Während vor allem Lindner, Feldenkirchen und Alexander munter die eigenen Einschätzungen über den Tisch hin austauschten, fiel Nahles vor allem durch eines auf: ihr süffisantes, zum Teil betont entspanntes Lächeln. Immer wenn die anderen sprachen und die Kamera die Vorsitzende in Großaufnahme zeigte, gingen die Mundwinkel nach oben. „Ihr könnt mir nichts“, schien das zu bedeuten, „den Wählern gefallen unsere Vorschläge“.

Immer wenn es um konkrete Inhalte ging, wurde es allerdings dünn. Das lag an Lindner („Wir müssen die Mittelschicht stärken“) und Kipping („Aufrüstungsausgaben sollten eingespart werden“), die in der Sendung immer wieder die eigenen Parteifloskeln an den Zuschauer zu bringen suchten. Das lag aber auch an Nahles, die in einigen länglichen Ausführungen zu den Ausgestaltungen des vorgeschlagenen Bürgergeldes zum Teil etwas fahrig wirkte.

Unterhaltungsfaktor bleibt hoch

Der Unterhaltungsfaktor der Sendung allerdings blieb dabei unvermindert hoch. Da war zum Beispiel der sensationelle Augenroller von Christian Lindner, als Markus Feldenkirchen die FDP daran erinnerte, dass sie sich in den Koalitionsverhandlungen 2017 der regierungspolitischen Verantwortung nicht gestellt habe.

Und da war der Zwischenruf von Andrea Nahles, als Robin Alexander über die SPD etwas allzu eifrig in der Vergangenheitsform sprach: „Wir leben noch“, erwiderte Nahles da trocken ironisch und sammelte die herzlichsten Lacher beim Studiopublikum ein. Eine treffende Zusammenfassung des Zustandes der Sozialdemokratie lieferte sie – wenn auch unabsichtlich – gleich mit.

Von Ansgar Nehls/RND

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