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Panorama „Zuhause im Glück“: Familie muss 42.000 Euro Steuern nachzahlen
Nachrichten Panorama „Zuhause im Glück“: Familie muss 42.000 Euro Steuern nachzahlen
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19:39 23.06.2018
Damals war die Welt noch in Ordnung: Bei der RTL-II-Sendung „Zuhause im Glück“ wurde das Haus einer Familie aus dem Landkreis Peine behindertengerecht umgebaut – fünf Jahre später soll die Familie über 42.000 Euro Steuern nachzahlen. Quelle: RTL II
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Peine

Dabei schien die Teilnahme an der Sendung für die Familie aus der Gemeinde Edemissen ein Glücksfall zu sein: Inge Zant hat zwei schwerstbehinderte Söhne, alleine hätte sie die notwendigen Umbauten an ihrem Haus nie stemmen können. Doch der Schrecken kam Jahre später, dafür umso heftiger: Das Finanzamt wertet den Umbau durch das Bauteam von RTL 2 als „geldwerten Vorteil“, der versteuert werden muss – für die Familie eine Katastrophe.

„Ich habe unzählige schlaflose Nächte hinter mir“, sagte Inge Zant gegenüber der „Peiner Allgemeinen Zeitung“. Seinerzeit hätten Freunde die Teilnahme bei „Zuhause im Glück“ initiiert. Sie sei zunächst gar nicht so begeistert gewesen, habe dann aber dennoch mitgemacht. Im Vertrag stehe zwar, dass das Finanzamt Ansprüche stellen könnte. „Doch das wurde als rein theoretische Option dargestellt“, so Zant. „In all den Jahren, in denen die Sendung läuft, hat kein Finanzamt die Renovierungsleistungen als steuerpflichtiges Einkommen bewertet und Steuern eingefordert“, bestätigte ein RTL-2-Sendersprecher auf Nachfrage.

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RTL 2 bietet Betroffenen Unterstützung an

Das habe sich nun geändert, betroffen sei nicht nur die Familie Zant. Die Finanzverwaltung vertrete die Ansicht, dass Sach- und Dienstleistungen dieser Art als einkommensteuerpflichtiges Einkommen zu werten sind. „Das ist eine neue Sach- und Rechtslage und für uns unverständlich. Wir hoffen, dass die Finanzämter in dieser strittigen Rechtsfrage ihren Auslegungs- und Ermessensspielraum nutzen, um den Hilfsgedanken zu unterstützen“, so der Sprecher. Man biete den Familien Unterstützung durch einen Steuerberater an. Vor ein paar Tagen gab es in Köln mit der UFA eine Krisensitzung.

Spendenaufruf gestartet

Das bestätigte Zant, die mittlerweile von ihrem Mann getrennt lebt. Viele der betroffenen Familien haben untereinander Kontakt. „Mir sind etwa 40 Fälle bekannt, von denen stehen vier oder fünf so wie wir kurz vor der Pfändung“, sagte Zant. In ihrer Not hat sie im Internet einen Spendenaufruf gestartet. „Allein kann ich so viel Geld niemals aufbringen“, betonte sie. Familien, Sender und Produktionsfirma versuchen nun gemeinsam, die Zahlung auszusetzen, bis alles geklärt sei. Es gebe noch viele Fragen hinsichtlich der Berechnung des Finanzamtes. Laut Zant läuft auch eine Musterklage.

Dank an Unterstützer

Um ihren guten Willen zu zeigen, zahle sie zurzeit monatlich 100 Euro an das Finanzamt. Aber auch das Geld hätte sie nicht, wenn nicht schon viele Menschen der Bitte um Unterstützung gefolgt wären, darunter die Fußball-Herren des TSV Edemissen. „Ihnen allen möchte ich von Herzen danken“, sagte Zant. Sollte sich ihre Hoffnung erfüllen, dass sich alles noch zum Guten wendet und sie das Geld vom Finanzamt zurückbekommt, werde sie alles einem guten Zweck in der Region spenden, verspricht sie.

Von Kerstin Wosnitza/PAZ/RND