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Panorama Zu teuer und aufwendig: Bayerns Kliniken machen Teile ihrer Kinderstationen dicht
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17:16 03.10.2019
Weil die Behandlung von Kindern wirtschaftlich meist unrentabel ist, machen in Bayern immer mehr Stationen von Kinderkliniken zu. (Symbolbild) Quelle: picture alliance / dpa
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München

Kinderkliniken in Bayern haben derzeit ein riesiges Problem, wie der BR in einer Reportage berichtet. Demnach machen in dem Freistaat immer mehr Kliniken Teile ihrer Kinderstationen zu. Der Grund: Die wirtschaftlich unrentabelsten Patienten sind schwer kranke Kinder.

Schuld daran ist das vor rund 20 Jahren eingeführte Fallpauschalen-System, nach dem die Kliniken für alle Patienten das gleiche Geld bekommen – völlig egal, ob für Sechs- oder Sechzigjährige. Die Behandlung eines Kindes ist nun mal zeitaufwendiger als die eines älteren Menschen. Wie in anderen Branchen ebenfalls üblich trennt man sich nun auch im Gesundheitswesen als Erstes von den unwirtschaftlichsten. So schloss das Klinikum rechts der Isar in München seine Abteilung für Kinder- und Jugendpsychosomatik wegen der „ungünstigen Kosten-Erlös-Struktur“.

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„Unser Abrechnungssystem bildet die spezifischen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen nicht ab“, sagt Arzt Werner Hüttl, der zehn Jahre in dieser Abteilung gearbeitet hat, der „Süddeutschen Zeitung“. Rein rechnerisch sei es gar nicht möglich, mit Tageskliniken für Kinder schwarze Zahlen zu schreiben. Hinzu kommt: Laut Bundesamt für Statistik ist die Zahl kranker Kinder in den vergangenen Jahren stetig gestiegen – ganz im Gegensatz zu den zur Verfügung stehenden Betten.

RND/kiel

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