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Panorama Uri Geller baut ein Museum in Tel Aviv – mit einem Riesenlöffel vor dem Eingang
Nachrichten Panorama Uri Geller baut ein Museum in Tel Aviv – mit einem Riesenlöffel vor dem Eingang
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07:00 25.05.2019
Magier Uri Geller lebt mittlerweile wieder in Tel Aviv - und will dort 2020 ein Museum eröffnen. Quelle: Imre Grimm
Tel Aviv

Ein Café im alten Jaffa in Tel Aviv. Die israelische Sonne sticht, draußen steht das Steindenkmal eines Walfisches. Hier war es der biblischen Legende nach, wo Jona gegen Gottes Rat in See stach – und zur Strafe im Walfisch landete. Eine E-Mail stand am Anfang dieser Begegnung. „Wir treffen uns bei Farouz“, hatte Uri Geller geschrieben, der bekannteste Mentalmagier der Welt. „Ich zeige dir etwas, das die Welt schockieren wird.“

Das klingt nach Geller. Ein Charismatiker, ein Magier, ein Mann, dessen Talent vor allem darin besteht, die Welt von seinem Talent zu überzeugen. Und da kommt er, einen Schlapphut tief im Gesicht, federnder Gang. „Hi, I’m Uri Geller“, sagt er – und beginnt zu erzählen. Er spricht keine acht Minuten, da hat er schon den israelischen Geheimdienst Mossad, die CIA, Thomas Gottschalk, George Clooney, John Lennon, David Bowie, Michael Jackson und Salvador Dalí erwähnt. Er ist ein Virtuose des Namedroppings. Damals, als Dalí ihm die Kristallglaskugel von Leonardo da Vinci schenkte. Damals, als David Bowie ihm ein Designertelefon überließ.

Geller zog vor drei Jahren zurück nach Tel Aviv

Geller lebte zuletzt in London. Vor drei Jahren zog er zurück in seine Geburtsstadt Tel Aviv. „Israel ist wie ein kosmischer, magnetischer, spiritueller Pol“, sagt Geller. Jetzt wohnt der 72-Jährige mit seiner Frau im alten Jaffa. „Die Israelis waren es, die das Phänomen Uri Geller kreiert haben“, sagt er. „Erst sie, dann die ganze Welt.“

Bis heute rufen deutsche Touristen seinen Slogan aus der Pro7-Show „The next Uri Geller“, wenn sie ihn treffen: „Achad, Shtaim, Shalosh!“, was in Hebräisch schlicht „Eins, zwei, drei!“ bedeutet. Immer wieder verbiege er Löffel für Touristen, sagt er. Im Café kaufen sie alle paar Monate 250 neue Löffel, weil Geller die alten verschenkt hat.

Geller hat den verbogenen Löffel zum Symbol für das Unerklärliche gemacht

Geller hat den verbogenen Löffel zum Symbol für das Unerklärliche gemacht. Fünf Jahre alt war er, als ihn – so sagt er – im Garten eine Art Blitz traf und er danach seinen ersten Löffel verbog. Ohne Kraft, ohne Gewalt. Aus Versehen. Sagt er. Er habe auch unter Laborbedingungen gezeigt, was er könne, sagt er. Beobachtet von Hochleistungskameras des US-Geheimdienste. Sie hätten keinen Beweis für Manipulation gefunden. Und es macht halt auch Spaß, ihm zu glauben.

Das war auch ein gefundenes Fressen für die Presse in den Sechzigern: Da kommt ein Israeli, Sohn einer Österreicherin namens Freud und eines Ungarn, aus dem Land, in dem einst Jesus Christus wandelte, und verblüfft mit mentalen Fähigkeiten, die sich den Gesetzen der Physik entziehen. Er wird TV-Star. In den Achtzigern verliert er die Kontrolle und leidet an Ruhmsucht, Angstzuständen und Bulimie. Seine Freunde John Lennon und Yoko Ono schicken ihn nach Indien. Er findet seinen Frieden.

Riesen-Löffel soll vor Uri-Geller-Museum liegen

Und was ist es nun, was „die Welt schockieren wird“? Es ist ein Löffel. Zehn Tonnen schwer und aus Stahl, der größte Löffel der Welt. Geller platziert ihn vor seinem neuen Uri-Geller-Museum, das Anfang 2020 eröffnet wird, gleich gegenüber dem Café, in einem 1000 Jahre alten Gewölbe in Jaffas Altstadt. Das Museum wird Artefakte aus seinem Leben zeigen: den Cadillac, die Kristallkugel, die Shows, das Leben. Aber es ist nicht nur Geller, den er feiern will. Es ist Israel. „Es ist mein Land, ich habe dafür gekämpft.“

Hat er Hoffnung, was den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern angeht? „Ja“, sagt Geller. „Es wird Frieden geben.“ In 15 bis 20 Jahren, „vielleicht auch eher“. Sein nächstes Projekt: Er will die Bundeslade suchen, den mythischen Kultgegenstand der Israelis, der laut Bibel unter anderem die zwei Steintafeln mit den Zehn Geboten enthält. „Ich glaube fest, dass ich sie finden kann.“ Er sagt solche Sachen ernsthaft. Er glaubt das. Und man möchte ihm glauben. Das ist das eigentlich erstaunlichste Talent des Uri Geller: das zu tun und sagen, was die Menschen sehen, hören und glauben wollen. Man kann zum Multimillionär werden mit diesem Talent. „Alles Gute“, sagt er zum Schluss. Natürlich hat er einen Löffel verbogen und signiert. Er kann nicht anders.

Von Imre Grimm/RND

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