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Panorama Schützenverein bestürzt wegen Schüssen auf Eritreer – Täter war Mitglied
Nachrichten Panorama Schützenverein bestürzt wegen Schüssen auf Eritreer – Täter war Mitglied
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14:05 24.07.2019
Menschen nehmen hinter einem Polizeifahrzeug an der einer Mahnwache gegen Rassismus teil. Ein 26 Jahre alter Mann aus Eritrea war in Wächtersbach von Schüssen schwer verletzt worden. Quelle: Andreas Arnold/dpa
Wächtersbach

Nach den mutmaßlich rassistisch motivierten Schüssen auf einen Eritreer im hessischen Wächtersbach hat sich der Schützenverein, in dem der Tatverdächtige Mitglied war, erschüttert über die Tat gezeigt. „Wir sind erschrocken und total überrascht. Damit war nicht zu rechnen“, sagte Hans-Georg Jost, Vorsitzender des Schützenvereins Neudorf 61, am Mittwoch.

Der 55-jährige Deutsche, der am Montag mutmaßlich auf einen Eritreer feuerte, ihn schwer verletzte und sich später selbst erschoss, sei im Verein nicht negativ aufgefallen: „Er hat sich immer korrekt, freundlich und vorbildlich verhalten. Er war lebenslustig und gesellig.“

Ermittler vermuten rassistisches Motiv

Die Ermittler vermuten hinter der Tat vom Montag ein rassistisches Motiv. Der Täter soll sein Opfer aufgrund dessen Hautfarbe ausgesucht haben. „Zu seiner Gesinnung kann ich nichts Negatives sagen. Er hat sich politisch nie verdächtig geäußert“, sagte Jost über den 55-Jährigen aus dem benachbarten Biebergemünd, der seit 2001 Vereinsmitglied war. Er sei ein guter Sportschütze gewesen, habe Urkunden und Pokale gewonnen. Doch in jüngster Zeit habe er die Lust am Schießsport verloren. Er sei nur noch selten gekommen. „Er wollte aufhören und seine Waffen verkaufen“, sagte Jost.

Er betonte, unter den 200 Mitgliedern des Vereins habe es keine fremdenfeindlichen Äußerungen gegeben: „Wir sind alles Schützenbrüder – da sind auch Ausländer dabei. Diskriminierungen gibt es da nicht.“

Von RND/dpa