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Panorama Schlamm-Lawine in Brasilien: Zahl der Toten auf 40 gestiegen
Nachrichten Panorama Schlamm-Lawine in Brasilien: Zahl der Toten auf 40 gestiegen
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09:00 27.01.2019
Zwei Männer schauen auf die Schlammmassen nach dem Bruch des Staudamms. Quelle: Rodney Costa/dpa
São Paulo

Zwei Tage nach dem Bruch eines Staudamms für Bergbaurückstände im brasilianischen Staat Minas Gerais wird mit bis zu 300 Toten gerechnet. 40 Leichen wurden seit dem Unglück am Freitag bereits geborgen, teilten die Behörden mit. Rund 300 Menschen werden noch vermisst. Der Gouverneur von Minais Gerais, Remu Zema, sagte: „Sehr wahrscheinlich werden wir von jetzt an nur noch Leichen bergen“.

Der Grund für das Unglück ist noch unbekannt. Klar ist aber, dass gebrochene Staudamm erst kürzlich vom deutschen Unternehmen Tüv Süd untersucht worden ist. Bei der Inspektion im vergangenen September seien „nach unserem momentanen Kenntnisstand keine Mängel festgestellt“ worden, sagte ein Sprecher des Unternehmens der Nachrichtenagentur AFP. „Wir werden die Ermittlungen vollumfänglich unterstützen und den Ermittlungsbehörden alle benötigen Unterlagen zur Verfügung stellen“, fügte er hinzu.

Nach Angaben von Vale-Chef Schvartsman wurden auch bei einer weiteren Inspektion am 10. Januar keine Mängel entdeckt. Die aus Sand und Schlamm bestehende Lawine ging auf einer großen Fläche bei der Stadt Brumadinho nieder. Die nahe gelegene Gemeinde Vila Ferteco wurde von rötlich-braunem Schlamm bedeckt.

Schlamm-Lawine begräbt auch ein Restaurant

Teile der Stadt Brumadinho wurden geräumt. Feuerwehrleute retteten Personen mit Hubschraubern und Fahrzeugen. Der Fernsehsender TV Record zeigte, wie sich ein Hubschrauber wenige Zentimeter über dem Boden bewegte, während in Schlamm bedeckte Menschen aus dem Abfall gezogen wurden.

Wassermassen nach dem Bruch eines Staudamms Quelle: Bruno Correia/Agencia Nitro/dpa

Auf Fotos waren Dächer zu sehen, die aus einem großen Schlammfeld herausschauten. Der Schlamm schnitt auch Straßen ab. Auch ein Verwaltungsbüro des brasilianischen Bergbauunternehmens Vale SA wurde vom Schlamm erreicht.

Der Geschäftsführer von Vale, Fabio Schvartsman, sagte, er wisse nicht, warum es zu dem Zusammenbruch gekommen sei. „Die Hauptopfer waren unsere eigenen Arbeiter“, sagte Schvartsman bei einer Pressekonferenz. Auch ein gut besuchtes Restaurant sei von dem Schlamm begraben worden.

Präsident Bolsonaro spricht von großer Tragödie

Präsident Jair Bolsonaro sprach von einer Tragödie und sagte den Opfern und ihren Familien größtmögliche Unterstützung zu. Drei Minister entsandte er zum Unglücksort. Er selbst wollte sich am Samstag per Hubschrauber ein Bild von der Lage machen.

In Minas Gerais hatte sich 2015 in der Stadt 2015 ein ähnliches Unglück ereignet, welches als die bislang schwerste Umweltkatastrophe Brasiliens gilt. 19 Menschen kamen ums Leben. Eine Viertel Million Menschen war ohne Trinkwasser und Tausende Fische verendeten.

Geschätzte 60 Millionen Kubikmeter Bergbauabfälle flossen in den Atlantik. Betreiber der Mine in Mariana: Vale und das australische Bergbauunternehmen BHP Billiton.

Ist der Schlamm giftig oder nicht?

Umweltgruppen und Aktivisten sagten, das Unglück zeige, dass Bergbauunternehmen nicht hinreichend kontrolliert und reguliert würden. „Die Geschichte wiederholt sich“, twitterte die frühere Umweltministerin Marina Silva. „Es ist inakzeptabel, dass die Regierung und Bergbauunternehmen nichts gelernt haben.“

Laut der Webseite von Vale besteht der Abfall hauptsächlich aus Sand und ist nicht giftig. Ein UN-Bericht kam aber zu dem Ergebnis, dass der Abfall von der Katastrophe 2015 „hohe Werte giftiger Schwermetalle enthielt“.

Von RND/dpa/pach

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