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Panorama Sammelsüchtiger Federdieb muss ins Gefängnis
Nachrichten Panorama Sammelsüchtiger Federdieb muss ins Gefängnis
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18:25 05.07.2017
Zwei historische Präparate des Kaiseradlers Aquila heliaca, von dem der Federdieb die Flügel abgebrochen hat.    Quelle: dpa
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Basel

 Das Strafgericht in Basel verurteilte den 44-jährigen Schweizer am Mittwoch wegen Diebstahls und Sachbeschädigung zu drei Jahren Haft, wie ein Gerichtssprecher sagte. Zwei Jahre davon sind zur Bewährung ausgesetzt. Der zweifache Familienvater war nach eigenen Angaben sammelsüchtig. Er ist, seitdem er 2012 aufflog, in Psychotherapie, wie sein Anwalt sagte.

Der bislang unbescholtene Mann hatte sich über Jahre als vermeintlicher Hobbywissenschaftler Zugang zu normalerweise verschlossenen Sammlungen in mindestens sieben Museen verschafft – auch in Frankfurt. Die Experten blendete er mit seinem Fachwissen über Greifvögel. Einmal alleingelassen rupfte er aus den Gefiedern einzelne Federn oder riss den toten Vögeln ganze Flügel ab. Die Museen schätzten den Sachschaden auf rund 5,5 Millionen Euro.

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Er wollte nur seine Privatsammlung vervollständigen

Als Gastwissenschaftler bei Senckenberg in Frankfurt soll er 2012 in der Forschungssammlung mindestens 80 Vögel beschädigt und Federn gestohlen haben, wie Sprecherin Judith Jördens sagte. Darunter seien unersetzliche und alte Präparate gewesen, einige auch mit hohem wissenschaftlichen Wert. Allein der materielle Schaden habe rund eine Million Schweizer Franken betragen und Senckenberg deshalb auch Schadenersatzklage erhoben.

Der Mann wollte seine Privatsammlung vervollständigen. Bei der Verhandlung am Dienstag zeigte er Reue. Sein Anwalt hatte vergeblich auf eine Strafe vollständig auf Bewährung plädiert.

Von RND/dpa