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Panorama Prozess um Tod von Leonie (6): „Du bist der letzte Abschaum“
Nachrichten Panorama Prozess um Tod von Leonie (6): „Du bist der letzte Abschaum“
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12:01 24.09.2019
Vor Beginn des Prozesses wegen Mordes durch Unterlassen und Misshandlung von Schutzbefohlenen in sieben Fällen hält sich der angeklagte Stiefvater einen Aktendeckel vor das Gesicht und zeigt in Richtung Anklage einen "Stinkefinger", der offensichtlich dem Vater der getöteten Leonie gilt, der ihn laut beschimpft. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/
Neubrandenburg

Im Prozess um den gewaltsamen Tod der sechsjährigen Leonie aus Torgelow in Mecklenburg-Vorpommern hat der Angeklagte David H. zum Prozessauftakt geschwiegen. Der Stiefvater des Mädchens ist unter anderem wegen Mordes durch Unterlassen angeklagt. Sein Anwalt kündigte aber an, dass sein Mandant am Donnerstag aussagen wolle.

Zum Prozessauftakt kam es zu wüsten Beschimpfungen gegen den Angeklagten, berichtet die "Ostsee-Zeitung". Der leibliche Vater des Mädchens, Oliver E., rief demnach: „Du bist feige, zeig dein Gesicht und leg die Maske ab. Du bist der letzte Abschaum!" Dazu ballte er die Fäuste und schlug sie gegeneinander. David H. war mit Kapuze über dem Kopf und Aktenordner vor dem Gesicht im Saal erschienen. Während der Beschimpfungen zeigte er in Richtung Anklage den Mittelfinger, der offensichtlich dem leiblichen Vater der getöteten Leonie galt.

Vor Beginn des Prozesses wegen Mordes durch Unterlassen und Misshandlung von Schutzbefohlenen in sieben Fällen sitzt der angeklagte Stiefvater im Gerichtssaa. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/

Vorwurf: Leonie schwer misshandelt und keine medizinische Hilfe geholt

Dem 28-Jährigem wird zudem die Misshandlung von Schutzbefohlenen in sieben Fällen vorgeworfen. Er soll Leonie schwer misshandelt und keine medizinische Hilfe geholt haben, um nicht aufzufliegen. Das Kind starb unter anderem an schweren Kopfverletzungen, es war am 12. Januar tot in der Wohnung der Familie gefunden worden.

Der Stiefvater, der die Retter selbst informierte, bestreitet eine Schuld. Er gab an, das Mädchen sei eine Treppe hinuntergefallen und an den Folgen gestorben. Auch der kleinere Bruder des Mädchens soll misshandelt worden sein. Ein Urteil wird Ende November erwartet.

RND/dpa/seb

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