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Panorama Plastik statt Leder: Wenn Fake zur Sünde wird
Nachrichten Panorama Plastik statt Leder: Wenn Fake zur Sünde wird
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14:00 12.05.2019
Garantiert tierfrei: Sowohl der Pelz als auch die Lederhose, die dieses Model trägt, sind Imitate. Quelle: Lambada/Getty Images
Hannover

Es ist eine der berühmtesten Szenen der Filmgeschichte: Die einstmals brave Sandy hat ihre biederen Petticoat-Kleider gegen ein schwarzes Vamp-Outfit getauscht und tritt dem Bad Boy Danny Zuko in Lederjacke und hautenger schwarzer Satinhose gegenüber.

Das darauffolgende Duett „You’re the One That I Want“ von Olivia Newton-John als Sandy und Filmpartner John Travolta in der Rolle des Danny ist Kult. Wie überhaupt das gesamte Musical. „Grease“ wird, zumindest als Bühnenversion, bis heute immer wieder kopiert. Doch das Original bleibt unerreicht. Und das liegt nicht zuletzt auch am Look von Newton-John.

Sandy (Olivia Newton-John) hat sich ihrem Danny angepasst: Aus der unschuldigen Blondine ist eine heiße Braut in Lederjacke und knallenger Satinröhre geworden. Quelle: Paramount Pictures/Arte

All die Labels und Designer, die nun schon seit mehreren Saisons schwarze Kunstlederhosen und -leggins zum It-Piece erheben, mögen vielleicht Sandys ungeheuerliche Wirkung in der hautengen schwarzen Röhre vor Augen haben.

Nur bestand deren Hose nicht aus 100 Prozent Polyester, sondern aus schimmerndem Satin. Einem Stoff, der ziemlich steif und damit auch unnachgiebig sein kann. Newton-John musste daher kurz vor dem Dreh in die Hose eingenäht werden, durfte nichts essen und nur drei Schluck Wasser trinken, wie die Schauspielerin im vergangenen Jahr zum 40. Geburtstag des Films augenzwinkernd verriet.

Auch die ursprüngliche Choreografie für den Tanz mit Travolta musste geändert und sozusagen auf die Hose zugeschnitten werden, weil Newton-John sich kaum in den Pants bewegen konnte.

Die Imitate sind keine Figurschmeichler

Das muss man den aktuellen Röhrenmodellen aus Fakeleder lassen – sie bringen einen offenbar nicht um. Zumindest ist Atemnot nicht vorprogrammiert, man kann sie sogar während eines Restaurantbesuchs anbehalten. So wird von Boss bis Zalando damit geworben, dass Kunstlederhosen äußerst nachgiebig, bequem und vom Bürotag über einen Städtetrip bis hin zur Clubnacht universell einsatzbereit seien.

Manche Trägerin hält im Netz dagegen, dass die Hosen und Leggins aus Lederimitat kneifen, alles andere als der Figur schmeicheln und obendrein noch komisch riechen. Auch sollte man in der Umkleidekabine beim Anprobieren die Ohren spitzen: Es kann zu Quietschgeräuschen kommen.

Das Bemühen um naturgetreue Optik beim Lederimitat und der Verweis der Hersteller darauf, wie tierlieb doch die Alternative zu echten gegerbten Häuten sei, können überdies nicht gänzlich verhindern, dass beim Anfassen und genaueren Hinsehen der Kunstlederhosen das vage Gefühl aufkommt, man habe es mit PVC-Auslegware zu tun.

Alles andere als atmungsaktiv

In Zeiten wachsenden Veganertums hat Leder, ebenso wie Pelz, ein Imageproblem. Der schnelllebige Modemarkt sucht nach Alternativen – die jedoch nicht immer ganz ausgereift sind. Tatsächlich ist die Kunstlederhose eine Umweltsünde. Die Hauptmaterialien Polyurethan und Polyester sind nichts anderes als aus Erdöl gewonnenes Plastik, das im Gegensatz zu Leder nicht biologisch abbaubar ist.

Und was machen die Chemiefasern mit der Haut? Hautärzten zufolge sind Kontaktallergien eher selten. Dafür kann gerade bei sommerlichen Temperaturen ein Tag in einer engen, nicht eben atmungsaktiven Fakelederhose ziemlich schweißtreibend werden. Besser, man macht also keinen Städtetrip damit – oder setzt auf Satin. Dann könnte allerdings der Restaurantbesuch flachfallen.

Von Kerstin Hergt

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