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Panorama Nach Tipp vom FBI: Polizei besucht Jungen in Rostock
Nachrichten Panorama Nach Tipp vom FBI: Polizei besucht Jungen in Rostock
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18:53 25.01.2019
Das FBI hat das Internet genau im Blick (Symbolfoto). Quelle: Ian Witlen/Rmv/RMV via ZUMA Press/dpa
Rostock

Ein 16 Jahre alter Schüler aus Rostock ist in das Visier amerikanischer Geheimdienste geraten – wegen einer makaberen Äußerung im Internet. Der Junge hatte auf dem Kurznachrichtendienst Twitter einen Amoklauf in der Hansestadt angedroht. Was in Mecklenburg-Vorpommern zunächst niemandem auffiel, blieb in den USA hingegen nicht unbemerkt: Nach Informationen der „Ostsee-Zeitung“ (OZ) entdeckte die Bundespolizei FBI die Nachricht und informierte sofort das Bundeskriminalamt. Noch am selben Tag bekamen der Junge und seine Mutter Besuch von der Polizei.

Dass amerikanische Sicherheitsdienste weltweit das Internet – insbesondere die sozialen Medien wie Instagram, Facebook und Twitter – überwachen, ist spätestens seit den Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden bekannt. Die Geheimdienste setzen dabei Computersysteme ein, die den Datenverkehr im Internet überwachen und dabei nach bestimmten Schlüsselbegiffen in Nachrichten, Kommentaren oder Online-Unterhaltungen durchsuchen.

Dabei stießen die Amerikaner nun auch auf die Nachricht des 16-Jährigen Rostockers: „Der Junge äußerte in englischer Sprache Überlegungen zu einem Amoklauf“, so Matthias Rascher, Sprecher des Landeskriminalamtes MV. Was genau der 16-Jährige angedroht hatte, dazu sagt das LKA nichts. Nur so viel: „Ihm war die Tragweite seines Handelns offensichtlich unklar.“

Amerikaner informierten das BKA

Kurze Zeit später warnten die Amerikaner ihre deutschen Kollegen vor einem möglichen Amoklauf in Rostock. Das LKA sagt dazu nur: „Der Tipp kam nicht von der NSA.“ Nach OZ-Informationen war es die Bundespolizei FBI, die zunächst das Bundeskriminalamt einschaltete. Auch bei den deutschen Ermittlern wurde der Hinweis ernst genommen und an das LKA weitergegeben. „Wir haben die Information geprüft, mussten von einer realen Bedrohung ausgehen und haben die Rostocker Polizei eingeschaltet“, so Rascher.

Den Beamten versicherte der Junge dann, dass er keinen Amoklauf plane. Auch eine „Zugriffsmöglichkeit auf Waffen“, wurde laut LKA nicht festgestellt. Behörden-Sprecher Rascher: „Der Schüler gab an, die Äußerungen getätigt zu haben, ohne sich über die möglichen Folgen im Klaren zu sein. Er hat sich bei den Beamten entschuldigt.“ Ob der Junge die Kosten des Einsatzes tragen und ob er mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen muss, werde „im Einzelfall geprüft“.

Äußerungen im Internet: 104 Straftaten im Jahr 2017 angedroht

„Auch das Internet ist kein rechtsfreier Raum“, betont LKA-Sprecher Rascher und warnt vor unbedachten oder gar strafbaren Äußerungen. „Wir sind als Sicherheitsbehörden international auch in den sozialen Medien aktiv.“ Eine komplette Überwachung des Internets sei aber nicht möglich. Sowohl das Landeskriminalamt als auch die Kriminalpolizeiinspektionen im Land würden über eigene Spezialabteilungen für Straftaten im Internet verfügen, so genannte „Cybercrime“-Kommissariate.

„Wir beobachten seit Jahren eine Zunahme von extremen Meinungen und Hassbotschaften im Netz“, sagt Rascher. Und auch Drohungen wie die des 16-Jährigen sind keine Seltenheit mehr: 104 Fälle von „Androhungen einer Straftat“ zählte das LKA im Jahr 2017. „2018 war die Tendenz leicht sinkend.“

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Von Andreas Meyer/RND

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