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Panorama Nach Missbrauch auf Campingplatz: Ermittlungen gegen Jugendämter
Nachrichten Panorama Nach Missbrauch auf Campingplatz: Ermittlungen gegen Jugendämter
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19:23 30.01.2019
Auf dem Campingplatz sollen 23 Kinder innerhalb von zehn Jahren sexuell missbraucht worden sein. Quelle: Friso Gentsch/dpa
Detmold

Im Fall des sexuellen Missbrauchs von Kindern auf einem Campingplatz in Nordrhein-Westfalen ermittelt die Staatsanwaltschaft auch gegen die Jugendämter des Kreises Lippe und des Landkreises Hameln-Pyrmont in Niedersachsen. „Wir überprüfen, ob die Behörden Fehler gemacht haben“, sagte der Detmolder Oberstaatsanwalt Ralf Vetter.

Über einen Zeitraum von zehn Jahren sollen zwei Männer mindestens 23 Kinder sexuell missbraucht und kinderpornografisches Material hergestellt haben. Ein dritter Mann fungierte nach Ermittlerangaben als Auftraggeber. Es gehe um mehr als 1000 Einzeltaten. Die Verdächtigen - ein 56-Jähriger aus Lügde, ein 33-Jähriger aus Steinheim bei Höxter und ein 48-Jähriger aus Stade in Niedersachsen - seien in U-Haft.

Nach Anzeige: Pflegekind wurde in Obhut genommen

Das Jugendamt des Kreises Lippe erfuhr nach eigenen Angaben Ende 2018 von einer Strafanzeige wegen Kindesmissbrauchs. Das betroffene Pflegekind, ein Mädchen, habe bei dem 56-Jährigen auf dem Campingplatz gelebt, sagte eine Kreissprecherin am Mittwoch. Das Mädchen sei „noch am selben Tag in Obhut genommen“ worden, hieß es.

Bereits Ende 2016 sei bei dem Jugendamt eine Kindeswohlgefährdung angezeigt worden. „Diese Anzeige bezog sich auf den Verdacht der Verwahrlosung eines Kindes - nicht eines möglichen Missbrauchs.“ Das Jugendamt habe „umgehend“ die Situation vor Ort geprüft. „Die Einschätzung der Mitarbeiter ergab: Das Kind lebte in keinem verwahrlosten Umfeld, sodass das Jugendamt das Kind nicht in Obhut nahm.“ Die Behörde habe aber empfohlen, die Unterbringung und häusliche Situation auf Dauer zu verändern.

Hinweis auf KindeswohlgefährdungJugendamt sah das nicht

Diese Einschätzung und der Hinweis auf eine latente Kindeswohlgefährdung sei an das zuständige Jugendamt im Landkreis Hameln-Pyrmont weitergeleitet worden mit der Bitte, die Unterbringung des Mädchens zu überprüfen. Die Mutter wohnt nach Behördenangaben in Hameln-Pyrmont. Durch eine Entscheidung des dortigen Jugendamtes habe das Kind bei dem 56-Jährigen gelebt. Sie sollen verwandt sein.

Von RND/dpa/

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