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Panorama Missbrauchs-Vorwürfe: Bill Clinton distanziert sich von Jeffrey Epstein
Nachrichten Panorama Missbrauchs-Vorwürfe: Bill Clinton distanziert sich von Jeffrey Epstein
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09:22 09.07.2019
Die New Yorker Staatsanwaltschaft wirft Jeffrey Epstein (mitte) sexuelle Ausbeutung und Missbrauch Minderjähriger vor. Quelle: picture alliance
Los Angeles

Die Verhaftung des US-Milliardärs Jeffrey Epstein wegen Sexsklaverei und sexueller Nötigung von minderjährigen Mädchen erschüttert auch Washington. Denn zu den Freunden und Bekannten des 66-Jährigen gehörten unter anderem auch Ex-Präsident Bill Clinton und der aktuelle Bewohner des Weißen Hauses: Donald Trump.

Epstein wird von der Staatsanwaltschaft von Manhattan vorgeworfen, minderjährige Mädchen rekrutiert und sie für Sex bezahlt zu haben. Außerdem soll er ihnen noch mehr Geld versprochen haben, wenn sie andere Mädchen ihres Alters rekrutieren würden. Laut eines Sprechers hatten Polizeibeamte bei einer Razzia in der Villa von Epstein in New York Nacktbilder von jungen Mädchen und einen privaten „Massage-Salon mit Sexspielzeugen“ gefunden.

„Massagen wurden immer sexueller“

In den Gerichtsdokumenten wird nur Epstein als Täter aufgeführt, obwohl andere Opfer in der Vergangenheit behauptet hatten, dass Epstein sie mit seinen mächtigen Freunden geteilt habe. Die Staatsanwaltschaft beruft sich auf die eidesstattlichen Erklärungen von drei Opfern sowie drei ehemalige Angestellten.

Die Taten sollen sich zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida ereignet haben. Laut der Anklage habe Epstein die Mädchen eine Massage an ihm durchführen lassen, bei denen diese nackt oder teilweise nackt sein mussten: „Die Massagen wurde immer sexueller und endeten typischerweise mit einem oder mehreren Sexakten.“

Trump über Epstein: „Toller Typ, mit dem man viel Fun haben kann“

Bereits 2008 hatte sich Epstein wegen Anwerbung einer minderjährigen Prostituierten für schuldig erklärt, nachdem ihm ursprünglich für das selbe Vergehen – organisierter Sex mit Minderjährigen – der Prozess gemacht werden sollte. Statt einer hohen Gefängnisstrafe kam er damals mit nur 13 Monaten Aufenthalt in einer Sicherheitsverwahrung davon.

Dort musste er nur einen Tag pro Woche anwesend sein. Die übrige Zeit durfte er in seinem Büro in West Palm Beach arbeiten. Der damalige Staatsanwalt, der dem schwerreichen Finanzier den „Deal des Jahrtausends“ ermöglichte, hieß Alex Acosta. Prekär: Er ist der aktuelle Arbeitsminister im Trump-Kabinett.

Der Präsident selbst kennt Epstein schon seit Jahrzehnten, sie verkehrten in den selben Kreisen. 2002 hatte er laut des Trump-Biografen Tim O’Brien in einem Interview gesagt: „Ich kenne Jeff seit 15 Jahren. Toller Typ, mit dem man viel Fun haben kann. Er soll schöne Frauen so sehr mögen wie ich. Viele davon sind eher jung. Ohne Zweifel, Jeffrey vergnügt sich in seinem Privatleben.“

Bill Clinton distanziert sich von Epstein

Bill Clinton war 2002 und 2003 vier Mal mit Epstein in dessen Privatjet nach Europa, Asien und Afrika mitgeflogen und hatte den Milliardär auch in dessen New Yorker Appartement besucht. Der Ex-Präsident ließ ein Statement veröffentlichen, durch das er sich von Epstein distanzieren will:

„Präsident Clinton ist damals im Auftrag seiner gemeinnützigen Stiftung mitgeflogen und hatte jedes Mal Secret Service Agenten mit dabei. Er hat schon über 10 Jahre nicht mehr mit Epstein gesprochen und weiß nichts über die schrecklichen Verbrechen, die Jeffrey Epstein zur Last gelegt werden.“

Bei der ersten Anhörung vor Gericht bekannte sich Epstein am Montag „nicht schuldig.“ Sein Anwalt Reid Weingarten behauptete vor dem Richter, dass die beiden anwesenden Opfer und Kronzeuginnen der Anklage – Michelle Licata (33) und Courtney Wild (31) – „Sexarbeiterinnen“ gewesen seien:

„Es handelt sich hier nur um einen simplen Fall von Prostitution“. Der Richter erinnerte den Anwalt daran, dass Licata zur Tatzeit erst 16 und Wild erst 14 gewesen war: „Das ist nach den Statuten immer ein Fall von Vergewaltigung, weil sie minderjährig waren.“ Weingarten parierte mit: „Es gab keine Penetration, also wurden sie auch nicht vergewaltigt.“

Am Donnerstag soll entschieden werden, ob Epstein gegen eine Kaution bis zum Prozess auf freien Fuß kommt. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 45 Jahren Haft.

Von RND/sin

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