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Panorama Messerangriff in Paris: „Keine Hinweise auf Radikalisierung“
Nachrichten Panorama Messerangriff in Paris: „Keine Hinweise auf Radikalisierung“
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21:25 04.10.2019
Polizisten stehen nach dem Angriff vor der Pariser Polizeipräfektur. Quelle: imago images/IP3press
Paris

Der Messerangriff in Paris mit insgesamt fünf Toten – vier Polizisten und der mutmaßliche Täter – schockiert nicht nur die Beamten, sondern die ganze französische Bevölkerung. Warum bringt ein Mann, der selbst in der Polizeipräfektur arbeitet und bis dahin als unauffällig galt, seine Kollegen um?

Ging der Tat ein interner Konflikt innerhalb der Polizeibehörde voraus?

Die Ermittler verfolgen auf der Suche nach dem Motiv offenbar mehrere Spuren. Laut Medien ist der wahrscheinliche Hintergrund der Tat ein interner Konflikt innerhalb der Polizeibehörde. Ein terroristischer Hintergrund könne aber nicht ausgeschlossen werden. Frankreich wird seit Jahren von islamistischen Anschlägen erschüttert, die Angst vor Attentaten ist deshalb hoch.

Tatverdächtiger arbeitete bei Polizei in Abteilung, in der es um Kampf gegen Terrorbedrohungen geht

Laut Medien war der 45-Jährige in der als sensibel geltenden Abteilung „Direction de renseignement“ der Polizeibehörde eingesetzt – in dieser Abteilung geht es unter anderem um den Kampf gegen Terrorbedrohungen. Er arbeitete seit 2003 als Angestellter im Polizeihauptquartier, sagte der französische Innenminister Christophe Castaner am Donnerstag. Negativ aufgefallen sein soll er vorher noch nie.

Er sei ein Informatiker in dieser Abteilung gewesen und habe seit 1993 bei der Polizei gearbeitet, sagte Loïc Travers von der Polizeigewerkschaft Alliance dem Sender BFMTV. Er sei ein vorbildlicher Beamter gewesen, der von seinen Kollegen sehr geschätzt worden sei.

"Keine Hinweise auf eine mögliche Radikalisierung des Täters"

"Wir haben keine Hinweise auf eine mögliche Radikalisierung des Täters", sagte Regierungssprecherin Sibeth Ndiaye am Freitagmorgen dem Sender Franceinfo. Sie reagierte damit auf Berichte, nach denen der 45-jährige Angreifer 2017 zum Islam konvertiert sei. "Nur weil Sie ein Muslim sind, bedeutet das nicht, dass Sie ein Terrorist sind", sagte Ndiaye.

Frau des Täters in Gewahrsam genommen

Auch der Wohnsitz des mutmaßlichen, nicht mehr lebenden Täters wurde auf der Suche nach dem Motiv durchsucht, sagte Chefermittler Rémy Heitz am Donnerstag. Wie Justizkreise ergänzten, wurde die Frau des Täters in Polizeigewahrsam genommen. Die Hintergründe hierzu sind aber nicht bekannt.

Seit Jahresbeginn rund 50 Suizide bei der Polizei

Erst am Mittwoch hatten Tausende Polizisten in Paris für bessere Arbeitsbedingungen demonstriert. Mehrere Gewerkschaften hatten zu dem „Marsch der Wut“ im Osten der Hauptstadt aufgerufen. Nach Angaben der Organisatoren, der Polizeigewerkschaft Unité SGP Police waren in Paris rund 27.000 Polizisten auf die Straßen gegangen. Wie der Radionachrichtensender Franceinfo berichtete, gab es in der Polizei seit Jahresbeginn rund 50 Suizide.

Lesen Sie auch: „Polizistinnen in Tränen“: Reaktionen auf Messerattacke

RND/hsc/dpa

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