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Panorama Kuh prüft Baugrund für Hindu-Tempel in Bremen
Nachrichten Panorama Kuh prüft Baugrund für Hindu-Tempel in Bremen
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16:29 17.01.2018
Der Landwirt Frank Imhoff führt seine Kuh "Madel" über das Baugrundstück eines neu geplanten Hindu-Tempels. Quelle: dpa
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Bremen

Große Aufgabe für die Milchkuh „Madel“: Bei einer offiziellen Zeremonie hat das dreieinhalb Jahre alte Tier am Mittwoch über den Standort eines neuen Hindu-Tempels in Bremen entschieden. Bei ihrem Besuch pinkelte die schwarz-weiße Kuh sogleich auf den schlammigen Boden – ein gutes Zeichen, sagte Gemeindesprecher Pathmakaran Pathmanathan.

In Indien und Sri Lanka sind die Tiere heilig, erklärte der Vertreter der örtlichen Hindu-Gemeinde, der in Bremen einen Verein gründete. Laut Pathmanathan ist es für Hindus wichtig, bei Bauvorhaben zuvor eine Kuh zu fragen. Der Tradition zufolge soll sie eine Zeit auf dem Grundstück verbringen. „Wenn die Kuh versucht, wegzulaufen, ist der Platz nicht geeignet“, so der 45-Jährige, der mit seiner Frau und zwei Kindern in Bremen lebt. Doch „Madel“ blieb da und fühlte sich trotz Fernsehkameras und Journalisten offenbar recht wohl.

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So soll der geplante Hindu-Tempel einmal aussehen. Quelle: dpa

Den Rummel ist das Tier bereits gewohnt. „Madel war schon mal auf einer Tierschau und ist daher auch sehr ruhig“, sagte ihr Besitzer Frank Imhoff. Der indische Priester gab seine Zustimmung, nachdem die Kuh ihren Rundgang beendet hatte.

Einen Plan, wie das Gebäude letztendlich aussehen soll, gibt es bereits. Die geschätzten Kosten von bis zu 500.000 Euro sollen über die Gläubigen und Spenden finanziert werden. Wenn alles gut laufe, könne im Sommer mit dem Bau begonnen werden. Nach der Fertigstellung wird „Madel“ vielleicht erneut einen großen Auftritt haben. „Das ist ein Ritual“, sagte Pathmanathan. „Wenn man einen Tempel einweiht, muss eine Kuh dabei sein.“

Von dpa/RND