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Panorama Illegale Beauty-OPs: Falsche Heilpraktikerin soll jahrelang in Haft
Nachrichten Panorama Illegale Beauty-OPs: Falsche Heilpraktikerin soll jahrelang in Haft
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17:53 24.09.2019
Die 26-jährige Frau aus Bochum soll sich als Heilpraktikerin ausgegeben und aus ihrer Wohnung heraus zahlreichen Kundinnen mit Hyaluronsäure die Lippen aufgespritzt haben. Quelle: Roland Weihrauch/dpa
Bochum

Der Prozess hatte noch gar nicht begonnen, da liefen der 26-jährigen Bochumerin schon die Tränen übers Gesicht. Jahrelang war sie in der Instagram-Beauty-Szene ein Star, spritzte Frauen und Männern Lippen und Nasen auf. Seit Dienstag steht die junge Frau in Bochum vor Gericht und muss möglicherweise mit einer langen Gefängnisstrafe rechnen. Die Anklage lautet auf gefährliche Körperverletzung, Betrug, Steuerhinterziehung und Verstoß gegen das Heilpraktikergesetz.

Frau versteuerte Einnahmen in Millionenhöhe nicht

Rund 3000 Mal soll die Bochumerin insgesamt zur Spritze gegriffen haben - 34 Fälle stehen nun in der Anklageschrift. Die Staatsanwaltschaft beziffert die illegalen und nicht versteuerten Einnahmen der 26-Jährigen auf knapp 1,3 Millionen Euro. Fünf Jahre Haft schweben der Staatsanwaltschaft vor. Das wurde nach einer internen Zwischenberatung hinter verschlossenen Türen von Seiten der Richter bekannt gegeben. Die Angeklagte selbst hat sich am ersten Verhandlungstag noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Frau behandelte vier Jahre lang illegal

Mehr als vier Jahre lang soll sich die 26-jährige Deutsche mit gefälschten Dokumenten als Heilpraktikerin ausgegeben und Hyaluronsäure in Lippen und andere Gesichtsbereiche gespritzt haben - zum Teil mit erheblichen Komplikationen. In der Anklage ist von Schwarzfärbungen der Lippen die Rede, von Schwellungen, Infektionen und komplett durchstochenen Lippen. Eine der Betroffenen soll nach der Behandlung starke Beschwerden beim Essen gehabt haben, einer anderen mussten angeblich entstandene Narben operativ entfernt werden. Für die Schönheits-Behandlungen hatte die Angeklagte über ihren Instagram-Account geworben. Die Eingriffe fanden entweder in Bochumer Privatwohnungen oder in einem Hotel in Frankfurt statt.

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"Sie lebte in einer Parallwelt"

Um das Geld soll es der Angeklagten nach Angaben von Verteidiger Oliver B. Gaertner aber gar nicht in erster Linie gegangen sein. "Ich glaube, dass die Angeklagte in einer Parallelwelt gelebt hat", sagte er vor Prozessbeginn. "Auf einmal wurde sie bei Instagram gehypt, wurde zu einer berühmten Person, zu einer Influencerin." Das sei dann zu einem Selbstläufer geworden. "Sie hat nicht viel nachgedacht", so Gaertner. "Inzwischen weiß sie aber sehr wohl, dass sie viele Fehler gemacht hat."

Die Angeklagte war im April 2019 festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Das sei laut Verteidiger ein echter Schock gewesen. "Ihr geht es sehr schlecht. Das ist ja nicht gerade der Wellnessbereich, in dem sie sich nun aufhält."

Genau die gleichen Vorwürfe werden übrigens auch einer Cousine der Angeklagten gemacht. Ihr Prozess beginnt am Freitag - ebenfalls am Bochumer Landgericht.

RND/dpa

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